Dazu will er den Bundestrojaner verwenden ...

Mit dem sogenannten Bundestrojaner soll der Staat in Zukunft auch verschlüsselte Kommunikation mitlesen können. Neben Computern sind dann auch Smartphones und Tablets betroffen. Damit wäre es den Behörden möglich, auch eure WhatsApp Gespräche zu lesen. Dieser Schritt soll dem Staat bei der Terrorbekämpfung und Strafverfolgung helfen.

Und das funktioniert so: Moderne Messenger-Apps wie WhatsApp verschlüsseln ihre Kommunikation. Für Dritte ist eine Schadsoftware auf dem Endgerät notwendig, um diese wieder zu entschlüsseln. Wann genau das große Abhören losgeht, ist zurzeit noch nicht klar.

Das Pikante dabei: Neben den Gesprächen könnte auch auf Mikrofone und Kameras zugegriffen werden, die in euren Smartphones intergriert sind. Ihr tragt also eure eigenen Überwachungsgeräte ständig mit euch herum.

Datenschützer und Bürgerrechtler kritisieren die Pläne der Regierung. Auch Ex-Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gehört dazu. Sie sagt, die Neuerungen zum Bundestrojaner würden den bisher tiefsten Eingriff in die Privatsphäre der Bürger darstellen.

Dirk Hensel, stellvertretender Pressesprecher der Bundesbeauftragten für Datenschutz, meint: „Es ist unwahrscheinlich, dass mit einem einzelnen Trojaner auf alle Endgeräte zugegriffen werden kann. Das liegt allein schon an den verschiedenen Betriebssystemen.“

Für alle, die nicht so lange auf den Bundestrojaner warten wollen, bietet die Seite bundestrojaner.net bereits jetzt den Bundestrojaner im Vorteilspack „Bürgercontrol 2.0 inklusive Telefonüberwachung” an. Mehr als Galgenhumor bleibt einem da wohl nicht übrig.

[Teaserbild: Bundestrojaner im Profil von Martin aka Maha unter CC]

Quelle: Noizz.de