Jeden Tag schmierst du dir Plastik ins Gesicht!

Von Schweden können wir uns so einiges abschauen: Die Skandinavier sind Vorreiter, wenn es um Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht. Sie schaffen es, dass weniger als ein Prozent ihres gesamten Mülls auf Mülldeponien landet. In Deutschland hingegen gelang es 2015 laut Statista, gerade einmal 17 Prozent des Hausmülls zu recyceln.

Jetzt beweisen die Schweden mit einem Gesetz erneut, dass sie in Sachen Umweltschutz ganz vorne mitspielen: Sie verbieten mikroskopisch kleine Plastikteilchen in Kosmetikprodukten. Diese Kunststoffteile schaden nachweislich Mensch und Umwelt.

Plastikmüll Foto: Hans / pixabay.com / Noizz.de

Ich finde: Dieses Verbot muss auch in Deutschland eingeführt werden! Nicht nur, weil ich mir jeden Tag mit meiner Tagespflege hunderte Mini-Kügelchen Plastik ins Gesicht schmiere, sie in meine Haut einziehen und ich nichts davon merke. Durch das Abwasser gelangen die winzigen Teile auch in die Kläranlagen und damit in Flüsse, Seen und Meere. Forscher fanden Mikroplastik in den Mägen von zahlreichen Fischen, Muscheln, Würmern und Vögeln.

Ist Plastik auch in deiner Creme?

Die Kunststoff-Teilchen können in nahezu allen Arten von Kosmetika vorkommen, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) mitteilt: In Shampoos, Gesichtscremes, Make-Up, Zahnpastas oder Duschgels.

Das Problem: In Deutschland besteht keine Kennzeichnungspflicht für die Hersteller. Da die Teilchen so klein sind, dass man sie mit bloßem Auge nicht sehen kann, ist es für Verbraucher unmöglich festzustellen, ob sich Plastik in den eigenen Produkten befindet. Es ist eine unsichtbare Gefahr, die nachweislich unsere Zellen schädigt und sogar Krebs erregen kann!

In Schweden gilt das neue Kunststoff-Verbot ab Juli 2018. Verkäufer dürfen ihre bis zu diesem Zeitpunkt erworbene Ware allerdings noch bis zum 1. Januar 2019 verkaufen. Werde nichts gegen den Plastik-Kollaps unternommen, sei künftig mehr Kunststoff als Fisch in den Ozeanen zu finden, heißt es in einer Mitteilung der schwedischen Regierung.

Tatsächlich könnte das schon bald Wirklichkeit werden, wenn wir nicht bald unseren Plastik-Konsum erheblich einschränken: Schon jetzt fanden Forscher Mikroplastik in drei von vier Fischen aus den mittleren Tiefen des Atlantiks, wie das Wissenschaftsmagazin scinexx.de berichtet.

Quelle: Noizz.de