Trotz Aufklärung und Unterstützung erleben Menschen mit Albinismus in Afrika noch immer starke Diskriminierung.

"In vielen afrikanischen Ländern leben Menschen mit Albinismus durch ihr anderes Aussehen in permanenter Gefahr", teilte die Christoffel-Blindenmission (CBM) zum Welt-Albinismus-Tag am 13. Juni mit. Zur Unterstützung setze CBM auf medizinische Hilfe und vor allem auf breite Aufklärung. "Denn viele der Betroffenen plagt die Ausgrenzung, die sie erfahren, fast noch mehr als die körperlichen Beschwerden", sagte CBM-Vorstand Rainer Brockhaus.

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Bei Menschen mit Albinismus ist die Bildung des Pigments Melanin gestört, was zu heller Haut und hellen Haaren führt. Viele Betroffene haben auch eine Sehschwäche. In Europa und Nordamerika hat einer von 20.000 Menschen Albinismus, wie die Organisation Under the Sun erklärt, doch in Afrika ist der Anteil deutlich höher. Demnach wird zum Beispiel in Tansania etwa einer von 1400 Menschen mit Albinismus geboren.

Besucher*innen einer Feierlichkeit zum weltweiten Albinismus-Aktionstag in Senegal

Albinismus: Menschen mit der Pigmentstörung werden in etlichen Ländern Afrikas diskriminiert und marginalisiert

Vielerorts herrscht der Aberglaube, ihre Körperteile, Haare und Haut besäßen magische Kräfte. So werden manche Betroffene angegriffen und ihre Körperteile werden an traditionelle Heiler verkauft. Das UN-Menschenrechtsbüro nennt dies einen "lukrativen und makabren Markt". In den vergangenen zehn Jahren seien in 28 Ländern südlich der Sahara Hunderte Fälle von Gewalttaten gemeldet worden, wie es in einem Bericht der UN-Expertin für die Rechte von Menschen mit Albinismus, Ikponwosa Ero, hieß.

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Die Lage für Menschen mit Albinismus in Afrika habe sich in den vergangenen Jahren verbessert, sagte Samer Muscati von Human Rights Watch (HRW) der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der gemeldeten Angriffe sei zurückgegangen und einige Länder hätten positive Maßnahmen ergriffen. "Aber es gibt noch viel zu tun." Es gebe zwar weniger Angriffe, doch "Menschen mit Albinismus in der Region erleben weiterhin schlimme Diskriminierung, was ihre Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und andere Grundrechte angeht."

[zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de