Polizisten sollen die Studenten einem Drogenkartell übergeben haben. Mexiko sucht nun nach neuen Informanten.

Fünfeinhalb Jahre nach der Entführung und mutmaßlichen Ermordung von 43 Studenten in Mexiko hat Präsident Andrés Manuel López Obrador den Tätern einen Straferlass zugesagt, falls sie mit Informationen zur Aufklärung des Falls beitragen. "Die, die im Gefängnis oder schon wieder auf freiem Fuß sind oder nie im Gefängnis waren, aber wissen, wo die jungen Männer sind, können uns helfen", sagte der Staatschef am Dienstag. "Wir bitten jene, die an dem Vorfall beteiligt waren, zu sprechen."

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Die Entführung der Studenten hatte weltweit Empörung ausgelöst. Polizisten hatten die Lehramtsstudenten der Universität Ayotzinapa im September 2014 im Bundesstaat Guerrero verschleppt und dem Kartell Guerreros Unidos übergeben. Den offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und verbrannt. Unabhängige Untersuchungen zweifeln das allerdings an. Die Einzelheiten und Hintergründe der Tat sind noch immer unklar.

Ein spiritueller Führer der Maya zündet Kerzen während einer Gedenkfeier in Guatemala City für die 43 Studenten von Ayotzinapa an.

"Wer uns mit Informationen versorgt, dem bieten wir Schutz"

"Es kann nicht angehen, dass wir nicht wissen, was passiert ist, obwohl mehr als 100 Personen daran beteiligt waren. Wer uns mit Informationen versorgt, dem bieten wir Schutz, Amnestie und eine Belohnung", sagte López Obrador. Er wies die Generalstaatsanwaltschaft an, den Fall noch einmal ganz neu aufzurollen und die Familien der Opfer jeden Monat über den Stand der Ermittlungen zu informieren.

[Text: Zusammen mit dpa]

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Quelle: Noizz.de