"Es gab noch nie eine Gesellschaft ohne Drogenkonsum."

Wer zuletzt noch neidisch auf Kalifornien und das gelockerte Drogengesetz geschielt hatte (NOIZZ berichtete), darf sich vielleicht bald auch in Deutschland freuen: Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat ein Ende des Cannabis-Verbots gefordert und sich für eine Entkriminalisierung von Konsumenten der Droge ausgesprochen!

Der BDK-Vorsitzende André Schulz sagte der “Bild“-Zeitung, das Verbot von Cannabis sei “historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend“. Es habe in der Menschheitsgeschichte noch nie eine Gesellschaft ohne Drogenkonsum gegeben, dies müsse akzeptiert werden.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter setze sich daher für eine “komplette Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten ein“. Begründung: Durch das derzeitig geltende Rechtssystem würden Menschen stigmatisiert und kriminelle Karrieren erst befördert.

Repressionen seien nicht die beste Lösung, sagte Schulz. Stattdessen solle man lernen, mit einem verantwortungsvollen Drogenkonsum umzugehen, Konsumenten und Suchtkranken unter Fürsorgeaspekten zu helfen und einen tatsächlich wirksamen Kinder- und Jugendschutz möglich zu machen.

Einzige Bedingung: Für Autofahrer müsse Kiffen aber Tabu bleiben, sagte  Schulz: "Aus Sicherheitsgründen darf das Führen eines Kraftfahrzeuges weder im alkoholisierten oder sonst wie berauschten Zustand erfolgen.“

Derzeit gebe es jedoch beim Thema Autofahren “noch einige rechtliche Unsicherheiten und Gesetzeslücken“, was den Unterschied zwischen Cannabis und Alkohol sowie illegalem Cannabis-Konsum und Konsum auf Rezept betreffe. Autofahrer könnten zum Beispiel heute den Führerschein wegen illegalen Cannabis-Konsums aus verschiedenen Gründen verlieren – auch wenn sie nicht berauscht gefahren seien.

Quelle: Noizz.de