Brennende Autos, Sinnlos-Randale: Unserer Autorin reicht's ...

Mir is grad so schlecht vor Wut, dass ich mich hier mal eben auskotzen möchte.

Den ganzen gestrigen Tag und den heutigen Morgen hab ich mir, wie viele von euch, die Bilder aus Hamburg vom G20-Gipfel reingezogen. Diese dystopischen Weltuntergangs-Insta-Stories und Videos haben mich echt erschreckt.

Ein Auto brennt am Rande der Demo „Welcome to Hell“ gegen den G20-Gipfel

Während meine Timeline ansonsten von Fashion-Week-Postings und Festival-Vorfreude (Jaaa, Splash, ich weiß) beherrscht wird, haben mich die Bilder von brennenden Autos, Wasserwerfern auf den Schwarzen Block und die Gewalteskalation an so vielen Schauplätzen nicht mehr losgelassen.

Wir leben hier in fucking Deutschland in einer der wenigen ziemlich gut funktionierenden Demokratien, in der Demonstrationsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nur auf dem Papier existieren. Auch wenn die Aluhut-Pappnasen hier natürlich die große Schland GmbH vermuten – is' klar.

Aber: Wenn ihr eure Stimme gegen Kapitalismus, ungerechte Politik und das „Diktat der Obrigkeiten“ (bla bla) erheben wollt, dann tut das doch bitte auch fair und demokratisch.

Eine friedliche Szene der „Welcome to Hell“-Demo in Hamburg gegen den G20-Gipfel

Warum zur Hölle zündet man den Besitz anderer Mitbürger an, die nicht Trump, Merkel, Scholz und Co. sind? Wem hilft es, wenn ihr vom Zerstörungs-Fun angeheizten Bastarde genau denjenigen schadet, die genau so wenig Bock haben auf steigende Mieten, gekürzte Löhne, überteuerte Nahverkehrsangebote, zu wenig Partizipationsmöglichkeiten in der Politik, zu teure Kita-Plätze, Studienkosten, Chancenungleicheit et cetera.

Glaubt ihr, irgendeiner von den Babos vom Gipfel juckt das, wenn ihr Harrys Honda in der Elbchaussee oder 'n Café in Altona niederbrennt?

Original NICHTS wird dadurch, was grad in Hamburg abgeht, besser gemacht.

Und klar ist es unverhältnismäßig, wenn einerseits das „Welcome to Hell“-Ding mit Wasserwerfern aufgelöst wird und anderseits an der Elbchaussee anscheinend ohne jede polizeiliche Kontrolle Karren und Mülltonnen abgefackelt werden. Aber das macht es mitnichten legitimer. Würde wirklich gerne wissen, mit welchem Argument man vor sich selbst rechtfertigen kann, sich an so beschissener Gewalt zu beteiligen. Hab richtig Bauchweh vor Zorn.

So, leckt mich jetzt alle mal am Arsch mit eurem Wahnsinn, ich fahr' nachher nach Stuttgart, wo die Welt noch in Ordnung ist, zu 'nem Polterabend mit eigenem Bierwagen. Wehe da brennt auch nur eine Tonne, aus der man kein Grillgut rausfischen kann.

Quelle: Noizz.de