Kein zweites TV Duell – dafür stellte Merkel sich einer Kinderpressekonferenz

Robin Kittelmann

Politik, Gesellschaft, Motor
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Angela Merkel umringt von der Zukunft des Landes Foto: dpa picture alliance

Und die wurde sehr privat!

Wäre Angela Merkel nicht Bundeskanzlerin geworden, hätte es auch eine Zukunft als Grundschullehrerin für sie gegeben.

Auf einer Kinderpressekonferenz der CDU zeigte sie sich souverän, streng, herzlich und interessiert. Beim Familientag des „begehbaren Parteiprogramms“ stellte Merkel sich den Fragen von Vier- bis 14-Jährigen.

Schnell war klar: Die Kinder sind am Menschen Angela Merkel interessiert. Was isst sie am liebsten, was ist ihre Lieblingsfarbe, der Lieblingssport oder Fußballverein. Welche Hobbies hat die deutsche Kanzlerin und mit wem würde sie gern einen Tag lang tauschen - einer Astronautin.

Sie wiederholt alle gestellten Fragen noch einmal für den Rest Foto: dpa picture alliance

Dieser Teil des Konferenz wirkt wie ein vertonter Beitrag in einem Freundschaftsbuch. Merkel hört sich alle Fragen an und gibt sich Mühe, einfache Antworten zu geben. Sie achtet aber auch darauf, dass sie die Aufmerksamkeit der jungen Zuhörer behält.

Einige Fragen gehen über die persönliche Ebene hinaus. Sie sind politisch. Die Kinder wollen wissen, wo die Unterschiede zwischen ihr und Horst Seehofer liegen oder, was gegen den Plastikmüll in den Weltmeeren unternommen wird.

Für Merkel bestimmt eine willkommene Abwechslung zu den langatmigen Talkshows und Sommerinterviews, die vor der Wahl das Internet und das Fernsehprogramm dominieren. Immer werden die selben Fragen und Kernthemen mit wechselnder Studio-Besetzung diskutiert.

Deutsche Talkshows sind eine erstklassige Einschlaf-Hilfe Foto: dpa picture alliance

Aber wieso geht Angela Merkel auf eine Kinderpressekonferenz, wenn sie gleichzeitig nicht für ein zweites TV-Duell mit Martin Schulz zu haben ist?

Ganz einfach: Hier kann sie sich als freundliche und offene Kanzlerin präsentieren. Es gibt keinen Martin Schulz im Klassenzimmer, vor dem sie sich rechtfertigen muss. Sie ist der unumstrittene Star im Zimmer und genießt die volle Aufmerksamkeit. Merkel macht außerdem nicht nur Werbung bei den Kindern, sondern auch bei deren Eltern. Die finden es bestimmt großartig, dass die Kanzlerin sich für ihre Sprösslinge Zeit nimmt.

Und die Kinder werden sicher noch lange an den Tag denken, an dem sie Angela Merkel ihre Fragen stellen durften.

Die Kinderpressekonferenz gibt es bei der Welt auch als Video.

Quelle: Noizz.de

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