In dem isolierten Land sind Lebensmittel seit Jahren knapp, fast jeder in Nordkorea hat schon einmal eine Hungersnot durchgemacht. Nun scheint Diktator Kim Jong-un das Schlimmste verhindern zu wollen – mit drastischen Mitteln. Er zwingt alle nordkoreanischen Hundebesitzer, ihre Haustiere den Restaurants im Land zur Schlachtung zu übergeben.

Keine guten Zeiten für Hunde in Nordkorea: Laut Berichten der südkoreanischen Zeitung "Chosun Ilbo" soll Diktator Kim Jong-un bereits im Juli per Anordnung den Hundebesitz im Land verboten haben. Demnach darf keiner mehr einen Dackel, Mops oder Co. als Haustier halten. Tiere sollen eingeschläfert werden oder aber noch schlimmer: An Hundefleischrestaurants oder staatliche Zoos verkauft werden. Das Medium bezieht sich in seinem Bericht auf eine ungenannte Quelle.

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Die Meldung schockiert Tierfreunde. Das Regime in Pjöngjang versucht so anscheinend, gleich mehrere Probleme im Land zu lösen: Zum einen entspannt es die Lebensmittelknappheit im streng kommunistisch regierten Staat, die Hunde essen niemanden mehr Essen weg und durch den Verkauf einiger Tiere generiert das kurz vor der Staatspleite stehende Land neue Einnahmen, womöglich auch Devisen, wenn die Hunde zum Beispiel nach China verkauft werden. Und es gibt wohl noch einen Grund ...

Hunde: "Ein verkommener Trend der Bourgeoisie"

Kim Jong-un im nordkoreanischen Parlament im August.

Die Regierung versucht, den Schritt mit den üblichen Propagandabotschaften zu rechtfertigen. Wer sich einen Hund als Haustier halte, sei dekadent. Die anonyme Quelle der südkoreanischen Medien vermutet auch, dass die Führung so das Volk beschwichtigen wolle.

"Gewöhnliche Menschen züchten Schweine und Vieh auf ihren Veranden."

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Es seien eher hochrangige Beamte und die Wohlhabenden im Land, die einen Hund haben. Diese Ungleichheit habe in jüngster Vergangenheit zu immer mehr Ressentiments geführt. Ist Nordkorea also bald ein hundefreies Land? Insidern zufolge werden solche Maßnahmen nur selten rigoros umgesetzt und überprüft, sie gelten eher als Propagandamaßnahmen. In diesem Fall soll es aber anders sein und das Verfahren strenger sein.

Hundefleisch = Superfood?

Das Hundeverbot soll wohl auch die schlechte Lebensmittelversorgung im Land verbessern. Wie "Chosun Ilbo" auch berichtet, haben Nordkoreas staatliche Nachrichtenagenturen bereits 2016, als das Land vor einer Hungersnot stand, Hundefleisch zum "Superfood" erklärt – mit mehr Vitaminen als Huhn, Schwein, Rind oder Ente. Es sei außerdem gut für die Verdauung.

Bis in die Neunzigerjahre hinein galten Hunde als verpönt in Nordkorea, weil sie als ein Ausdruck westlicher Dekadenz gesehen wurden. Erst als Pjöngjang 1989 das sogenannte "Weltfestival der Jugend und Studenten" ausgerichtet hat, habe sich die Einstellung geändert, so südkoreanische Medien. Seitdem gelten Haustiere, wie zum Beispiel ein Pudel, vor allem unter den politischen und wirtschaftlichen Eliten als Statussymbol.

Wie viel an dem Bericht dran ist, lässt sich nur schwer überprüfen – Nordkorea schottet sich vom Rest der Welt ab, offizielle Presseberichte gibt es nur durch die staatlichen Nachrichtenagenturen.

  • Quelle:
  • Noizz.de