Sie haben es gleich zwei Mal versucht.

Reichsbürger sind bekannt dafür, in einer anderen Welt zu leben. Sie halten die Bundesrepublik für illegitim und das Deutsche Reich für ihren Wohnort. Erstaunlich viele von ihnen glauben, in der Regierung dieses Reiches zu sitzen. Dabei haben sie nichts zu sagen und werden immer wieder von echten Behörden zurechtgewiesen.

Vor Kurzem wollten zwei Reichsbürger von München nach Mallorca fliegen. Ein 52-Jähriger und eine 62-Jährige versuchten, mit einem „Heimatschein des Freistaates Preußen“ ins Flugzeug zu kommen. Aber die Airline lehnte die erfundenen Ausweise ab. Die echten – also bundesdeutschen – Reisepässe der beiden waren seit sieben beziehungsweise zwölf Jahren abgelaufen.

Um trotzdem nach Mallorca zu kommen, verlangten sie auf einer Wache der Bundespolizei die Ausstellung eines Reiseausweises, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ein offenbar ambitionierter Beamter versuchte das Unmögliche: den Reichsbürgern die reale Welt zu erklären. Er sagte, dass die Polizei einen Reiseausweis nur im Notfall ausstellen könne. Weil noch genug Zeit bis zum Abflug sei, müsse das Paar die Dokumente auf regulärem Weg besorgen. Also bei einer Passbehörde.

Am Abflugtag erschienen die Reichsbürger wieder bei der Bundespolizei – und fragten erneut nach einem Ersatzausweis. Sie wiesen sich mit den abgelaufenen Reisepässen und dem preußischen „Heimatschein“ aus. Offensichtlich wurde es den Polizisten zu bunt. Sie stellten keinen Reiseausweis aus und ließen das Flugzeug ohne die Bürger des „Deutschen Reiches“ abheben.

Quelle: Noizz.de