Rapper Kanye West tritt im aktuellen US-Wahlkampf an, um 2020 Präsident zu werden. Nach einer wirren ersten Wahlkampf-Rede, die zu einer öffentliche Ehekrise zwischen ihm und Ehefrau Kim Kardashian West führte, wird der Modeschöpfer nun von der republikanischen Partei ausgenutzt, um Stimmen von Trumps einzig echtem Gegner Joe Biden zu fischen.

Kanye West ist nicht nur einer der einflussreichsten Künstler und Modeschöpfer unserer Zeit, der Rapper und Ehemann von Reality Star Kim Kardashian tritt aktuell auch im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft an.

Viele halten diese größenwahnsinnige Idee für ein Symptom seiner Bipolaren Störung, die ihm im Jahrestakt manische Hochphasen beschert, wie "TMZ" berichtet. Da öffentlich bekannt ist, dass Kanye Schwierigkeiten mit seiner Mental Health hat und auch keine Medikamente mehr nimmt, um die Störung in den Griff zu bekommen, macht es die Sache superkompliziert: Wie sehr darf man den 43-Jährigen für sein Handeln in Verantwortung ziehen? Wie soll man mit der Situation umgehen?

>> Bipolare Störung: So sehr darf man Kanye West für sein Handeln kritisieren

Wie "CNN" berichtet, helfen nun mehrere Abgeordnete der Republikaner Kanye West dabei, auf die offiziellen Wahlzettel in mehreren Bundesstaaten der USA zu kommen. Wieso sollten sie das tun, ihr Kandidat ist doch Donald Trump?

Kanye West war schon immer religiös, seit 2019 nahm sein Glauben aber neue Ausmaße an. Er wolle nur noch christliche Musik machen und seine alte, "teuflische" Musik nie wieder aufführen. Zwei Gospel-Alben hat er seitdem releast, das Dritte steht in den Startlöchern: "God's Country".

Warum Kanye keine Siegeschancen hat, haben wir euch bereits aufgeschrieben:

>> Kanye West als US-Präsident 2020? So wahrscheinlich ist sein Sieg – und seine Kandidatur

Eine Bedrohung stellt er für Trump also nicht dar. Die Idee der Republikaner scheint daher folgende zu sein: Trump ist bei Schwarzen Wähler*innen – gelinde gesagt – nicht besonders beliebt. Das liegt daran, dass er bereits dermaßen viele rassistische Standpunkte zum Besten gegeben hat, dass diese einen eigenen Artikel auf "Wikipedia" haben.

Trumps Wahlkampf 2020 – Achillesferse: Schwarze Wähler*innen

Aktuell lässt Donald Trump regelmäßig "Black Lives Matters"-Demos mit Polizeigewalt "auflösen" und hat in seinem viralen Interview mit Jonathan Swan jüngst erklärt, wieso er den verstorbenen Schwarzen Bürgerrechtler John Lewis nicht besonders schätzt: "Er war nicht bei meiner Amtseinführung."

Joe Biden hingegen hat sich für die Schwarze Bevölkerung der USA zwar nie besonders stark gemacht, aber auch keine ansatzweise vergleichbare Antihaltung gegen sie gezeigt. Als Schwarze*r Bürger*in der USA liegt eine Stimme für Biden daher vermutlich deutlich näher als die für Trump.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Twitter und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Hier kommt Kanye West ins Spiel. Der Gründer und CEO von Yeezus ist selbst Schwarz und spricht auch durch seine popkulturelle Relevanz eine Zielgruppe an, die Trump kaum erreicht und deshalb höchstwahrscheinlich an Joe Biden geht. Für die Republikaner ein gefundenes Fressen: Einfach dafür sorgen, dass Kanye in einigen Bundesstaaten doch noch zugelassen wird (er hatte bei fast allen die Anmeldefrist verpasst) und ihm gerade so weit helfen, dass er genau die Stimmen wegfischen kann, die Trump eh nicht bekommen hätte. Is it yet Christmas?

>> Kanye West: Jetzt äußert sich Kim Kardashian West erstmals zur Bipolaren Störung des Rappers

Donald Trump – sein unendlich peinliches Interview mit Jonathan Swan wurde von YouTube entfernt. Pressefreiheit who?

Republikaner x Kanye West – die "Hilfe" seiner neuen Freunde ist für die Wahl genau so schlimm wie moralisch verwerflich

Der Einfluss der Partei macht sich bereits deutlich bemerkbar. Ein republikanischer Richter mit engem Kontakt zu Trumps Team hat Kanye gerade für einen der wichtigsten Bundesstaaten des gesamten Wahlkampfs zugelassen: Wisconsin. Ein weiterer Republikaner, der auch als Wahlkämpfer für Trump im Staat Arkansas auftrat und auftritt, unterstützt plötzlich auch noch Mr. West bei seiner Kampagne, wie das "New Yorker Magazin" berichtet.

Abgesehen davon, dass Donald Trump auf keinen Fall wiedergewählt werden darf, zeigt sich die gesamte republikanische Partei in einem sehr unschönen Licht. Denn hier wird ein Mensch mit offensichtlichen psychischen Problemen schamlos als politische Marionette benutzt. Was Kanyes bisher desaströser Wahlkampf in Zukunft für seine familiäre, emotionale und familiäre Situation bedeuten könnte, kann aktuell niemand abschätzen.

Kanye selbst hat sich zur Unterstützung durch die Republikaner bislang nicht geäußert. Seine letzten Lebenszeichen waren ein paar kryptische Tweets – mal wieder.

  • Quelle:
  • Noizz.de