Jeffrey Epstein ist tot. Und begraben ist er inzwischen auch. Doch das Grab wurde verändert.

Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte US-Unternehmer wurde im Auftrag seines Bruders in einem gemeinsamen Grab mit seinen Eltern beerdigt, berichtet die "Daily Mail". An dem Familien-Mausoleum hing bis vergangenen Mittwoch noch die Grabplatte der Eltern, Pauline (verstarb 2004) und Seymour Epstein (1991).

Diese wurde jetzt jedoch durch eine Platte ohne Gravierung ersetzt. Möglicherweise um das Grab vor Schaulustigen und Vandalismus zu schützen. Die Familiengruft der Epsteins ist nun ein namenloses Grab.

Epsteins einziger Bruder Mark (65) hatte die Bestattung elf Tage nach dem angeblichen Suizid seines Bruders veranlasst. Neben Mutter Paula, einer ehemaligen Hilfslehrerin, und Vater Seymour, der einst als Landschaftsgärtner bei der Stadt New York arbeitete. Warum alle Namen an der Gruft entfernt wurden, wollte der Bruder auf Nachfrage der "Daily Mail" nicht beantworten: "Es ist eine Familienangelegenheit. Niemanden geht das etwas an."

Epstein regelt Nachlass zwei Tage vor seinem Tod neu

Jeffrey Epstein hat einem Medienbericht zufolge zwei Tage vor seinem mutmaßlichen Suizid noch ein Testament unterschrieben. Darin habe er sein Vermögen in Höhe von 578 Millionen Dollar (521,7 Millionen Euro) einem Treuhandfonds übertragen, schrieb die "New York Post" am Montag. Dies könnte die Entschädigung von Opfern erschweren.

Laut "New York Post" ist unklar, wer von dem durch das Testament eingerichteten Treuhandfonds "The 1953 Trust" profitiert. Ein Begünstigter sei in dem Dokument nicht genannt.

Laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg News" könnte der Schritt es mutmaßlichen Missbrauchsopfern erschweren, Schadenersatz einzuklagen. Mehrere Frauen hatten nach Epsteins Tod Klage eingereicht und angegeben, in der Vergangenheit von ihm sexuell missbraucht worden zu sein. Sie forderten hunderte Millionen Dollar Entschädigung von Epsteins Erben und möglichen Komplizen.

In seinem Testament gab der einstige Hedgefondsmanager an, unter anderem Aktien im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar zu besitzen, außerdem sechs Luxusanwesen an Orten wie New York, Paris und Florida sowie Flugzeuge, Autos und Boote im Wert von mehr als 18 Millionen Dollar.

Politik zieht Konsequenzen

Derweil zog das US-Justizministerium weitere personelle Konsequenzen aus dem Epstein-Fall. Die Leitung des Federal Bureau of Prisons werde neu besetzt, teilte Justizminister Bill Barr am Montag mit. Die Behörde ist für die Verwaltung der Bundesgefängnisse zuständig. Kathleen Hawk Sawyer soll demnach Hugh Hurwitz ablösen, der den Posten 15 Monate lang innehatte. Die ehemalige Gefängnispsychologin leitete die Behörde bereits zwischen 1992 und 2003.

Barr hatte von "ernsthaften Unregelmäßigkeiten" bei der Überwachung Epsteins gesprochen und eine "gründliche Untersuchung" der Todesumstände des 66-Jährigen zugesagt. Epstein war bereits am 23. Juli nach einem mutmaßlichen Suizidversuch verletzt in seiner Zelle gefunden worden. Seine verstärkte Überwachung wegen Suizidgefahr wurde aber am 29. Juli wieder eingestellt.

Epsteins letzte Tage in der Zelle

Vor einer Woche war der Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses in New York, in dem Epstein starb, für die Dauer der Ermittlungen zu den Todesumständen versetzt. Zwei Wärter aus Epsteins Zellentrakt wurden suspendiert.

Die "New York Times" zeichnete ein düsteres Bild von Epsteins letzten Tagen. Die Zeitung berichtete unlängst, der Multimillionär habe seine mit Ungeziefern befallene Zelle so sehr verabscheut, dass er Anwälte bezahlte, um mit ihnen bis zu zwölf Stunden in anderen Räumen verbringen zu können. Er habe sich selten gewaschen und statt auf seinem Bett auf dem Boden geschlafen.

Epstein war am 10. August tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden worden. Nach Angaben des Justizministeriums beging er Suizid. Der 66-Jährige soll jahrelang junge Mädchen und Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Bei einer Verurteilung hätten dem US-Multimillionär, der gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

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Quelle: Noizz.de