Die westliche Welt ist blind gegenüber der Tragödie!

Mehr als 250 Tote in zwei Tagen: In der Region Ghouta bei Damaskus spielt sich derzeit die größte humanitäre Katastrophe in Syrien ab. Das Ziel: Syriens Diktator Assad und seine Verbündeten wollen das Gebiet in einer massiven Militäroffensive erobern. Menschenleben scheinen dabei keine Rolle zu spielen, kommentiert unser syrischer NOIZZ-Autor Hamza.

Das Wort „Al-ghouta“ bedeutet im Arabischen „Tiefland“ – steht aber auch für ein Land, das voller Wasser und Pflanzen ist. Jetzt verwandeln das Assad-Regime und Russland Ghouta in ein Land, in dem Feuer und Schutt regieren.

Ghouta erstreckt sich rund um die Hauptstadt Damaskus – sowie Brandenburg um Berlin. Die Region war ein grüner Rahmen um die Stadt, bevor die syrische Revolution begann, voller grüner Landschaften, voller Obst- und Gemüsegärten. Doch der Glanz ist vergangen.

Seit mehr als fünf Jahren wird Ost-Ghouta von Assad und seinen Truppen belagert, von der Hisbollah und russischen Luftstreitkräften. Keine Nahrung kommt in das Gebiet – wo die Region doch einst die Hauptquelle für Nahrung für ganz Damaskus und Süd-Syrien war. Seit Jahren gibt es nicht einmal mehr Mehl in Ost-Ghouta – und wenn es doch verkauft wird, kostet es tausende von syrischen Pfund.

Der Krieg hat mittlerweile fast alles verbrannt: Mehr als 350.000 Syrer hungern und sterben langsam – Waisen, Witwen und Verwundete überall. In der letzten Woche starben mehr als 250 Menschen durch Luft- und Bodenangriffe. Es gibt fast keine Chance zu überleben, denn jeder ist ein Ziel für die Angriffe Assads: Kinder, Jungen und Mädchen, ganze Familien sterben unter den Trümmern.

Die Situation in Ghouta ist keinesfalls neu – laut Aktivisten gehören Angriffe seit Jahren zum Alltag. Aber die Angriffe haben ein verrücktes Ausmaß angenommen und werden immer massiver. Die Chancen, in Ghouta zu überleben oder überhaupt zu leben, werden immer geringer. Währenddessen schaut die internationale Gemeinschaft zu und lässt einen grausamen Genozid einfach geschehen.

Doch im Internet kann die ganze Welt zusehen, wie Menschen sterben. Doch statt einzuschreiten, wird die freie Welt weiter zu sehen, sich um die Interessen ihrer eigenen Länder kümmern – blind gegenüber dieser Tragödie.

Quelle: Noizz.de