Das behauptet jetzt Kulturreporter Frédéric Schwilden vom Focus.

Ganz Deutschland stellt sich seit Sonntag eine Frage: Wie konnte das passieren? Wie konnte die AfD bei der Bundestagswahl stolze 12,6 Prozent holen? Eine fremdenfeindliche Partei? In einem Land, das fremden Menschen gegenüber eigentlich nicht mehr feindlich sein wollte.

War es Frust? Oder Angst? Der Erklärungsversuche gibt es viele.

Einen äußerst selbstkritischen hat jetzt Frédéric Schwilden vorgelegt – ein flamboyanter Kulturreporter des Nachrichtenmagazins Focus. Er behauptet in einem Facebook-Post: „Wir sind die 12,6 Prozent.“ Denn: Auch wenn wir die 12,6 Prozent nicht gewählt hätten, „wir haben sie gemacht“. Mit „wir“ meint er mich, dich, sich sowie Influencer wie Jan Böhmermann, Margarete Stokowski, Caro Dauer und SamiSlimani. Und „deine Mutter“.

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Und dann zählt Schwilden auf, womit wir – „die privilegierte deutsch-internationale Mittelschicht“ – die AfD (so) groß gemacht hätten – vor allem nämlich durch unsere Doppelmoral:

„Wir sagen, wir sind politisch, aber wir wollten nur ein Selfie vor dem Wahllokal.“

„Wir wollen ökologische Landwirtschaft und faire Löhne für Kaffebohnenpflücker, aber das vergessen wir, wenn wir am Wochenende koksen.“

„Wir sind gegen multinationale Konzerne, aber gegen Geld schreiben wir auch Werbetexte für McDonald's.“

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Am Ende bleibt die Frage, was der Erfolg der AfD mit unserer Doppelmoral macht. Bringt er uns wirklich dazu, uns zu ändern? Konsequenter zu sein? Oder geben wir uns weiterhin mit dem Schein zufrieden? Das Sein hat sich jedenfalls seit Sonntag geändert.

  • Quelle:
  • Noizz.de