Aber was sollen dann die geheimnisvolle Webseite, der Countdown und die Quellcode-Nachrichten?

Falls du das Wochenende verschlafen oder übermäßig druff gewesen sein solltest: In Österreich ist gerade Regierungskrise. Der Vizekanzler ist zurückgetreten, der Innenminister wurde rausgekickt, der Kanzler hat vorgezogene Neuwahlen angekündigt.

Der Grund dafür: Jemand hat die österreichischen Rechtspopulisten von der FPÖ verarscht.

Vor laufender versteckter Kamera besprachen Parteichef Heinz-Christian Strache und sein Spezi Johann Gudenus vor zwei Jahren mit einer angeblichen russischen Oligarchennichte die Quasi-Übernahme der "Kronen Zeitung", illegale Parteispenden in Millionenhöhe und angebliche Sex-Affären von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Ex-Kanzler Christian Kern. Alles ziemlich eklig und peinlich – und natürlich ein riesiger Skandal.

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Aufnahmen aus dem Skandalvideo
Foto: / dpa dpa Picture-Alliance

Die Quelle des Videos ist auch drei Tage nach Veröffentlichung noch unbekannt. Aber was sofort allen auffiel: Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann wusste schon im April zahlreiche Details zu dem Vorfall. In seiner Dankesrede für die Preisverleihung der Romy witzelte er, dass er "gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge" und über die Übernahme der "Kronen Zeitung" verhandle.

Dass er das Video bereits seit Wochen kannte, wurde – wie der SPIEGEL berichtet – von Böhmermanns Manager Peter Burtz offiziell bestätigt. Doch hat er etwa auch die Villa auf Ibiza gebucht und die falsche Oligarchennichte platziert?

Am Montagmorgen platzierte Böhmermann weitere Hinweise, Öl ins Feuer der Gerüchteküche. Er teilte bei Twitter den Link auf die Website dotheyknowitseurope.eu. Außerdem schrieb er dazu: "Diese Woche haben wir ein kleines Special vorbereitet!!!"

Auf der Website ist dann nur ein Countdown zusehen. Enddatum: Mittwoch, 20.15 Uhr. Im Quellcode soll das Wort "Ibiza" vorkommen. Außerdem wird die ursprüngliche Farbe – Türkis – von Braun überdeckt. Die Website ist am 15. März, also wenige Tage, bevor die Bombe platzte, auf die bildundtonfabrik registriert worden – die Firma hinter Jan Böhmermanns "Neo Magazin Royale".

Einen Dämpfer bekommt die Theorie, dass Deutschlands Chef-Satiriker hinter der Sache steckt durch eine Anfrage von BILD beim ZDF. Gegenüber der Tageszeitung sagte der Sender, dass man eine Beteiligung Böhmermanns ausschließen könne.

Aber was kommt in der nächsten "Neo Magazin Royale"-Sendung dann? Enthüllt Böhmermann neue Details? Gar ein weiteres Video? Handelt es sich vielleicht um eine großangelegte konzertierte Aktion? Zuzutrauen wäre es ihm.

Denn: Es wäre nicht das erste Mal, dass sich der "Neo Magazin Royale"-Moderator ins politische Geschen einmischt. Bereits 2015 hatte er mit einem gefälschten Video des damaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis für Aufsehen gesorgt. Er hatte ihm damals einen Mittelfinger photoshoppen lassen, den er bei einem Kongress Richtung Deutschland zu zeigen schien. Den Fake löste Böhmermann in seiner Late-Night-Show selbst auf.

Und wenn nicht er? Weiterhin heiß im Kurs steht das Künstlerkollektiv "Zentrum für Politische Schönheit" – vor allem, weil es zu dem Thema auffällig viel twitterte.

Am Mittwoch wissen wir mehr. Bis dahin: Spekulatiusgebäck!

Quelle: Noizz.de