Wer hätte gedacht, dass der tragische Mord an George Floyd für so eine große Welle an Videos über Polizeigewalt sorgen würde? Eine Aufnahme aus einer Gefängniszelle in Belgien zeigt eine Wärterin beim fröhlichen Hitlergruß – während sechs Wärter auf einem Insassen knien, der infolge stirbt. Was zur Hölle?

Während in Deutschland fragwürdige Polizei-Situationen aus Hamburg und Hannover für Aufregung sorgen, meldet sich nun Nachbarland Belgien zu Wort. Die von einer Überwachungskamera aufgezeichnete Szene ist genau so skurril wie unmenschlich. Zu sehen ist eine Gefängniszelle, in der eine gut gelaunte Wärterin erst einen Hitlergruß aufführt und danach herzlich lacht. Zu ihrer linken knien währenddessen ganze sechs Wärter auf einem Häftling, der infolge stirbt.

Fahrlässige Tötung? Die Staatsanwaltschaft ermittelt – zwei Jahre nach der Tat.

>> Düsseldorfer Polizei drückt Knie auf Kopf von 15-Jährigem – wie bei George Floyd

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Wärterin macht Hitlergruß, während Insasse stirbt?

Der 38-jährige Slowake Jozef Chovanec wird im Februar 2018 von der belgischen Polizei festgenommen, weil er beim Boarding seines Flugs für Unruhe gesorgt hat. Zwei Jahre später kommt ein verstörendes Video seiner Todesumstände online: In seiner Gefängniszelle schlägt der Insasse immer wieder mit seinem Kopf gegen die Wand, wodurch er anfängt, stark zu bluten. Mehrere Wärter*innen kommen in seine Zelle und übermannen den offensichtlich unter psychischem Stress Stehenden.

Anstatt sich um das Blut und seine Verletzung zu kümmern, macht eine Beamtin einen Hitlergruß, während sechs Wärter für wenigstens 16 Minuten weiter auf ihm sitzen bleiben. Als der Osteuropäer schließlich ins Krankenhaus kommt, stirbt er. Nun nimmt sich die belgische Staatsanwaltschaft seinem Fall an – starb der Insasse an fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung der Wärter*innen? Wie konnte es zu dieser Szene kommen?

Gefängniswärter kniet 16 Minuten auf Brustkorb von Insasse – während er stark aus dem Kopf blutet

Wie "The Guardian" berichtet, saß einer der Wärter für 16 Minuten auf seinem Brustkorb. Noch steht offen, welchen Einfluss das auf den Verhafteten hatte. Insgesamt sechs Wärter waren in seine körperliche Übermannung involviert – Bilder, die an die ebenfalls nicht zu rechtfertigende Gewalt gegen den Toten George Floyd erinnern.

Wie die Autopsie zeigt, stand der Inhaftierte weder unter Alkohol- noch Drogeneinfluss. Seine Familie kann sich das Verhalten, das zu seiner Verhaftung führte, nicht erklären. Die Wärterin ist vom Dienst entlassen. Da das Video erst vergangenen Mittwoch erschienen ist, wird der Fall gerade erst eröffnet.

  • Quelle:
  • Noizz.de