Der Prozess gegen Ghislaine Maxwell könnte enorme Folgen haben. Abgesehen von der vermutlichen Verurteilung der ehemaligen Geliebten von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, stecken mutmaßlich weitere prominente Köpfe mit in der Schlinge. Im laufenden Gerichtsprozess hat die Staatsanwaltschaft einen wichtigen Schritt erreicht: Richterin Loretta Preska lässt wichtige Aufnahmen von 2015 zu, die Maxwell womöglich schwer belasten.

Es sieht nicht gut aus für Ghislaine Maxwell. Die vermutete Komplizin von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein steht wegen sechs verschiedener FBI-Anklagen vor Gericht. Maxwell soll in den 90ern laut Aussagen der mutmaßlichen Opfer eine Schlüsselrolle in Epsteins Machenschaften gespielt haben. Als seine rechte Hand soll sie den Kontakt zu den minderjährigen Mädchen gepflegt und teils sogar selbst am Missbrauch beteiligt gewesen sein.

Am 2. Juli war die Millionärin aus gutem Hause vom FBI überraschend festgenommen worden. Seit Epsteins Verhaftung 2019 fragte man sich, wieso Maxwell immer noch auf freiem Fuß ist. Der Beginn ihres Prozesses könnte für sie nicht schlechter laufen.

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Donald Trump und Ghislaine Maxwell: damals gute Freunde, heute aus den Augen verloren. Trump wünscht der mutmaßlichen Sexualstraftäterin "alles Gute" – von der Epstein-Affäre habe er so gut wie nichts mitbekommen.

Prozess gegen Ghislaine Maxwell: Staatsanwaltschaft macht gleich zu Beginn klar, wer die Zügel in der Hand hat

Im Prozess erleben sie und ihr Anwalts-Team gleich zu Beginn zwei herbe Rückschläge. Erstens hat Richterin Loretta Preska über 80 Dokumente als Beweismittel zugelassen, die aus einem Fall gegen Maxwell von 2015 stammen. Darunter: Flugdaten von Epsteins Privat-Jets, aufgezeichnete Interviews mit Maxwell, in denen sie – nach Aussagen ihrer Anwälte – "aufdringliche Fragen" über ihr Sexleben beantwortet, sowie Polizeieinträge aus Orten, wo Epstein und Maxwell früher lebten. Das Rundum-Carepaket für eine wasserdichte Strafverfolgung? Man wird sehen.

Das Anwalts-Team der 58-Jährigen hatte vergeblich versucht, dafür zu sorgen, dass die Dokumente nicht als Beweise im Prozess zugelassen werden, wie "Reuters" berichtet.

Richterin Alison Nathan hat sich außerdem geweigert, Anwälte, FBI-Agenten, Staatsanwälte und Co. davon abzuhalten, den Fall öffentlich zu diskutieren. Maxwells Team hatte wohl auch das verhindern wollen. Einblicke in den Stand des Prozesses sind ab nun für die ganze Welt möglich. Das macht die Möglichkeit eines illegalen Schlupflochs, wie Epstein es bei seiner ersten Verhaftung 2005 aushandelte, so gut wie unmöglich.

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Ghislaine Maxwells letzte Chance – eine Kooperation mit dem FBI?

Die 80 Dokumente werden in einer Woche veröffentlicht und ausgewertet. Der nächste Gerichtstermin für Maxwell ist am 12. Juli 2021 – alle Zeit der Welt für die Staatsanwaltschaft, eine neue Strategie mit den Beweisen von 2015 aufzubauen. Alle Zeit für Ghislaine Maxwell, hinter Gittern über einen Plea-Deal nachzudenken, der sie auf den letzten Metern doch noch retten könnte?

Quelle: Noizz.de