Griechische Sicherheitskräfte haben am Montagvormittag abermals Tränengas und Blendgranaten gegen Schutzsuchende an der türkisch-griechischen Grenze eingesetzt. Hunderte Menschen hatten versucht, die Grenze bei Kastanies zu passieren und nach Griechenland und damit in die EU zu gelangen, wie das griechische Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Tore zur EU seien für Migranten geöffnet. Daraufhin hatte es einen Zulauf auf die griechisch-türkische Grenze gegeben. Laut der UN-Organisation für Migration harrten zuletzt rund 13.000 Menschen bei Frost im Grenzgebiet aus.

An der bulgarischen EU-Außengrenze zur Türkei blieb es weiterhin ruhig. Medien berichteten am Montag vor einem Treffen von Regierungschef Boiko Borissow mit Erdogan in Ankara, es habe keine Versuche gegeben, aus der Türkei illegal nach Bulgarien zu gelangen. Bei dem Treffen geht es um die Syrien-Krise und die geflüchteten Menschen.

Bulgarien will die Bewachung der Grenze zur Türkei durch Gendarmerie verstärken. Auch Soldaten seien in Bereitschaft und könnten an die Grenze entsandt werden. Diese wird außerdem durch Drahtzäune abgeriegelt.

Tränengas und scharfe Munition

Sea- Watch, der Verein für zivile Seenotrettung, berichtet über soziale Medien ebenfalls von den Ereignissen und der Lage vor Ort und schreibt: "Was wir in den letzten 48 Stunden an der europäischen Grenze erleben, ist vollständige Auflösung der Europäischen Union als sogenannte Verteidigerin der Menschenrechte. An der griechisch-türkischen Grenze wird auf Geflüchtete, nicht nur mit Tränengas, sondern auch mit scharfer Munition geschossen. In der Ägäis werden Boote, die versuchen, die EU zu erreichen, zwar gefunden, aber dann nur umkreist, um die Menschen mit Wellen in Gefahr zu bringen. Frontex- Schiffe schauen den Booten zu, helfen aber nicht. Zur gleichen Zeit erreichen Boote die griechische Insel Lesbos, wo sich Nazis im Hafen versammeln und die Geflüchteten daran hindern, sicheres Land zu betreten. Überall auf der Insel wurden heute Helfer*innen, Journalist*innen und Geflüchtete von Faschisten attackiert, während die Polizei zuschaut."

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[Text: Zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de