Zum Internationalen Frauentag wirbt unter anderem die Kanzlerin für mehr Gleichberechtigung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Angela Merkel startet in ihrer Rede einen expliziten Aufruf in Richtung Männer. Andere PolitikerInnen schließen sich ihr an.

Die Männer sollten sich nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Zeit für die Familie nehmen! Zum Internationalen Frauentag am Sonntag sagte die CDU-Politikerin, "wir können die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben nur erreichen, wenn auch Männer sich stärker einbringen in die Familienarbeit, in die Sorgearbeit, in die Pflege und auch in die Erziehung der Kinder". Gleichstellung sei ein Thema für Frauen, aber eben auch für Männer, fügte sie in ihrem Video-Podcast hinzu.

Weiter erläuterte die Bundeskanzlerin, die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern bleibe eine große Aufgabe. Es sei aber auch schon einiges erreicht worden, etwa bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie nannte etwa den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz und das Elterngeld.

Symbolbild: Frauenkampftag, Mansplaining

UN-Generalsekretär Antonio Guterres schließt sich Merkel an und forderte: "Das 21. Jahrhundert muss das Jahrhundert der Gleichstellung von Frauen sein." Guterres schrieb in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: "Es ist an der Zeit, mit dem Versuch aufzuhören, Frauen zu verändern, und damit zu beginnen, die Systeme zu verändern, die sie daran hindern, ihr Potenzial zu entfalten." Er beschrieb die "Ungleichheit der Geschlechter" als "die überwältigende Ungerechtigkeit unserer Zeit und die größte Herausforderung für die Menschenrechte". Frauen würden "täglich mit Sexismus und männlicher Besserwisserei konfrontiert und als Opfer dafür auch noch verantwortlich gemacht", beklagte der UN-Generalsekretär.

Frauenquote gegen Gender-Paygap

Familienministerin Franziska Giffey machte erneut Druck für die Einführung einer Frauenquote in Unternehmensvorständen. Sie appellierte im Redaktionsnetzwerk Deutschland an die Männer und Frauen in CDU und CSU, sich bei diesem Thema zu bewegen. Sie betonte, es gehe nicht nur um Teilhabe in der Politik oder in der Wirtschaft, sondern auch ums Geld. "Frauen verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer und bekommen über 50 Prozent weniger Rente. Das kann so nicht bleiben." Das Familienministerium hatte zuletzt einen Gesetzentwurf für eine Frauenquote in Vorständen großer börsennotierter Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern vorgelegt. Demnach soll der Vorstand solcher Firmen künftig mit wenigstens einer Frau besetzt sein, wenn er mehr als drei Mitglieder hat. Das gilt aber nur für Neubesetzungen. Die Union ist gegen das Vorhaben. Für Aufsichtsräte gibt es eine solche Quotenregelung schon.

[Text: zusammen mit dpa]

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  • Quelle:
  • Noizz.de