Als Deso Dogg wollte Denis Cuspert im Deutschrap groß durchstarten – dann radikalisierte er sich, schloss sich dem IS an und kam wohl Anfang 2018 in Syrien ums Leben. Seine Frau wurde nun verurteilt. Unter anderem wegen Menschenhandel und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Er war einer des Posterboys für den IS, um weitere Anhänger*innen in Deutschland zu rekrutieren: der Rapper Denis Cuspert a.k.a. Deso Dogg. Wie und unter welchen Umständen der Berliner für die islamistische Terrororganisation genau ums Leben gekommen ist, ist nicht bekannt. Als wahrscheinlich gilt aber, dass er im Januar 2018 in Syrien verstarb. Nun hat das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg seine Witwe zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

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Die 36-Jährige Omaima A. sei der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig, sagte der Vorsitzende des Strafsenats, Norbert Sakuth. Ihre Tatenliste ist lang: Die Deutsch-Tunesierin habe ferner ihre Erziehungs- und Fürsorgepflicht für ihre drei Kinder verletzt, durch den Besitz eines Kalaschnikow-Sturmgewehrs gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen und Beihilfe zur Versklavung eines jesidischen Mädchens geleistet.

Die Staatsanwaltschaft hatte sogar vier Jahre Haft gefordert

Die Bundesanwaltschaft hatte eigentlich eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten für die Angeklagte gefordert. Der Verteidiger hat sich lediglich für Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung ausgesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die gebürtige Hamburgerin Omaima A. war Anfang 2015 ihrem damaligen Mann ins Gebiet des Islamischen Staats (IS) nach Syrien gefolgt.

Mit ihren drei Kindern lebte sie in der Hochburg der Terrororganisation in Rakka. Nach dem Tod ihres Mannes im Frühjahr 2015 heiratete sie dessen Freund Cuspert. Der Berliner Gangsterrapper mit dem Künstlernamen Deso Dogg hatte sich 2014 dem IS angeschlossen und stand in den USA auf der Terrorliste. Medienberichten zufolge wurde er 2018 in Syrien bei einem Luftangriff getötet.

Die Hamburgerin war nicht Deso Doggs erste Ehefrau. 2014 hatte er eine FBI-Agentin, die ihn eigentlich überwachen sollte, in Syrien geheiratet. Als die dachte, er sei bei einem Luftangriff getötet wurden, habe sie sich wieder in die USA abgesetzt, wo sie zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde.

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[Text: Zusammen mit dpa / sw]

  • Quelle:
  • Noizz.de