Es gibt sogar Container für Richter und Anwälte.

Die Polizei hat sich auf den G20-Gipfel in Hamburg vorbereitet: Auf dem Gelände eines früheren Großmarktes hat sie ein provisorisches Gefängnis für Krawallmacher eingerichtet.

Das Gelände der Sammelstelle Foto: Axel Heimken / dpa picture alliance

Denn beim Treffen der größten Wirtschaftsmächte im Juli dürfte es neben friedlichen Protesten auch zu Krawallen kommen. 8.000 gewaltbereite Demonstranten aus dem In- und Ausland werden in Hamburg erwartet. Wer in Gewahrsam genommen oder festgenommen wird, kommt in die Sammelstelle im Hamburger Süden – weit weg vom Tagungsort Messe.

Der Eingang ist mit Stacheldraht gesichert Foto: Axel Heimken / dpa picture alliance

In Containern sind 70 Sammel- und 50 Einzelzellen untergebracht – für insgesamt 400 Menschen. Die Einzelzellen haben eine Größe von gut drei Quadratmetern, in einer Sammelzelle müssen sich bis zu fünf Personen neun Quadratmeter teilen.

In diesen weißen Containern befinden sich die Zellen Foto: Axel Heimken / dpa picture alliance

Wer seinen Verteidiger anrufen will, kann das an einem von sechs Telefonplätzen tun. Außerdem gibt es zwei Arzträume und – auf einem abgetrennten Grundstücksteil – Bürocontainer für Richter, Staats- und Rechtsanwälte. Die Gefangenen sollen nur wenige Stunden in der Sammelstelle bleiben – bis zur Entscheidung eines Richters. „Von hier aus werden sie dann in eine Justizvollzugsanstalt überstellt“, sagt Polizeisprecher Timo Zill. Wie viele Polizeibeamte in der Gefangenensammelstelle im Einsatz sein werden, will er nicht sagen.

Eine von 50 Einzelzellen Foto: Axel Heimken / dpa picture alliance

Die Kosten für den Umbau des Ex-Lebensmittelmarktes zur Gefangenensammelstelle waren zu Beginn der Arbeiten im März mit drei Millionen Euro beziffert worden. Ob es bei der Summe bleibe, sei noch offen, sagt Zill.

Deutschland hat die Präsidentschaft der „Gruppe der 20“. An deren Spitzentreffen am 7. und 8. Juli nehmen 19 Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter der Europäischen Union teil.

Quelle: Noizz.de