Der Facebook-Gründer und Konzernchef musste sich vor dem US-Kongress für den aktuellen Datenskandal verantworten.

1. Um was ging es?

Vor drei Wochen wurde bekannt, dass persönliche Informationen von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die britische Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht wurden. Diese Firma arbeitete später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump. Dafür sollte sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer fünfstündigen Sitzung vor mehr als 40 US-Senatoren erklären.

2. Wie hat sich Mark Zuckerberg geschlagen?

Mark Zuckerberg gilt als jemand, dem öffentliche Auftritte nicht besonders liegen, gerade wenn es um kontroverse Fragen geht. Aber während der Befragung schlug sich der Milliardär besser als vermutet. Zunächst war er sichtlich nervös, seine Stimme zitterte leicht. Wie schon in einer Stellungnahme zuvor gestand der 33-jährige Konzernchef schwere Fehler ein und versprach strikteren Datenschutz. Facebook habe das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt, sagte Zuckerberg. "Das war ein großer Fehler. Es war mein Fehler."

Und: "Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert." Mit der Zeit wurde er zunehmend mutiger, widersprach Senatoren und fiel ihnen zum Teil auch ins Wort. Zuckerberg hatte sich mit mehreren Kommunikationstrainern auf die Befragung vorbereitet.

Viele Fragen umschiffte er, vertröstete, wich aus. Einer der wichtigsten Sätze des Abends: "Mein Team wird sich bei ihnen melden". Das erklärte Zuckerberg mehr als ein Dutzend Mal. Zum Beispiel als es um die Frage ging, ob Facebook weiter Daten über die Aktivität der Nutzer sammele, nachdem sie sich auf einem Gerät ausgeloggt haben. Was Zuckerberg half: Viele der Politiker schienen von der Materie Facebook nicht wirklich Ahnung zu haben. Einer wollte zum Beispiel wissen, wie sich das Online-Netzwerk finanziere. Zuckerberg antwortete daraufhin etwas perplex: "Senator, bei uns gibt es Werbung".

3. Was war die größte Neuigkeit?

Mark Zuckerberg hat erstmals signalisiert, dass das weltgrößte Online-Netzwerk nach dem Datenskandal eine Bezahl-Variante ohne Werbung bekommen könnte. "Es wird immer eine kostenlose Version von Facebook geben", sagte er auf entsprechende Nachfragen und deutete mit dieser Wortwahl Alternativen an. Er enthüllte zudem, dass Facebook-Mitarbeiter vom Sonderermittler Robert Mueller befragt wurden, der eine mögliche russische Einflussnahme im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 untersucht. Er selbst sei nicht darunter gewesen.

Außerdem wies Zuckerberg klar den Verdacht zurück, dass Facebook Gesprächen der Nutzer zuhöre, um ihnen passende Werbung zu zeigen. "Das machen wir nicht", sagte der Facebook-Chef und nannte die seit Jahren andauernden Spekulationen eine "Verschwörungstheorie".

4. Was beschäftigte die User im Netz?

Hauptsächlich Mark Zuckerbergs Frisur, die trotz seines Milliardenvermögens immernoch aussieht, wie selbst geschnitten. Und, dass der Chef von Facebook ausnahmsweise nicht im berühmten grauen T-Shirt und mit Jeans erschien, sondern im Anzug.

5. Und wie geht es jetzt weiter?

Am Mittwoch folgt eine weitere Anhörung. Bereits am Dienstag bekam Zuckerberg klare Kritik mit auf den Weg. Der Republikaner John Kennedy sagte: "Ihre Nutzungsbedingungen sind Mist." Das Ziel des Textes sei, Facebook rechtlich abzusichern - und nicht die Nutzer über ihre Rechte zu informieren. "Ich würde vorschlagen, dass sie nachhause gehen und das neu schreiben", sagte der 66-jährige Senator aus Louisiana in Lehrer-Ton. "Ich will Facebook nicht regulieren - aber bei Gott, ich werde es tun." Ob es dazu komme, hänge auch vom künftigen Vorgehen Facebooks und Zuckerbergs ab.

Quelle: Zusammen mit dpa