Wir haben ein paar Tipps für dich, die dir bei deiner Entscheidung helfen.

„Zur Not werfe ich eine Münze“, lautet die Antwort eines Freundes auf die Frage, wen er am Sonntag bei der Europawahl wählen würde. Er meint, er könne sich einfach nicht zwischen zwei Parteien entscheiden, da sich die zwei Parteien sehr in ihren Programmen ähneln würden. Seine Methode also: Kopf oder Zahl entscheiden lassen.

Mein Kumpel interessiert sich für Politik, daher weiß er vorab schon recht genau, welche Parteien für ihn in Frage kommen. Zu behaupten, dass das auf jede*n Wahlberechtigte*n und zutreffe, wäre wohl eine Lüge.

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Es muss aber nicht am reinen Desinteresse liegen, dass man keinen Überblick über alle Parteien ihr Wahlprogramm hat. Immerhin nehmen in Deutschland 41 Parteien an der Wahl teil. Wenn man sich dann plötzlich in der Wahlkabine wiederfindet und absolut erschlagen wird von einer ellenlangen Liste, ist das kein Wunder. Die Wahlprogramme umfassen teils 200 Seiten.

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Du willst am Sonntag auf jeden Fall wählen gehen, weißt aber noch nicht so recht, wen du wählen sollst? So findest du heraus, welche die beste Partei für dich ist:

Hilfe findest du im Internet

Im Internet findest du einige Programme, die dir dabei helfen, deine Partei zu finden. Hier drei Möglichkeiten:

  1. Der Wahl-O-Mat: Alles was du tun musst, ist 38 Fragen mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ zu beantworten. Alle 41 Parteien haben dieselben Fragen im Voraus beantwortet. Am Ende kannst du deine Antworten allerdings nur mit maximal acht Parteien vergleichen, weshalb der Wahl-O-Mat in Kritik steht und kürzlich erst für einige Zeit offline genommen wurde. Nicht die beste Variante, wenn du einen Gesamtüberblick möchtest.
  2. Der Wahl-Helfer: Diese Website benutzt die identischen Thesen und Antworten des Wahl-O-Mats, allerdings kannst du die Antworten besser gewichten und siehst am Ende den Vergleich mit allen Parteien.
  3. Der Wahl-Swiper: Wie der Name schon verrät, funktioniert diese Alternative ein bisschen wie Tinder. Du wischst bei den Fragen einfach nach links oder rechts und am Ende hast du einen Überblick über die Parteien, mit denen du am ehesten matchst. Der Wahl-Swiper bietet einen Überblick über 31 Parteien. Einige wollten die Fragen nicht beantworten. Euer Date ist dann am Sonntag im Wahllokal.

Sprich mit deiner Familie und deinen Freunden

Scheu dich nicht, über Politik zu sprechen. Frag nach, für welche Partei deine Familie und Freunde am Sonntag ihr Kreuz setzen und vor allem warum ausgerechnet bei dieser Partei. Das verschafft dir einen ersten Überblick und du bekommst Argumente geliefert, wieso dir eine Partei gefallen könnte oder nicht.

Schau dir die Social-Media-Seiten der Parteien an

Ein paar Minuten auf diversen Facebook- und Twitter-Seiten sollten dir bereits einen groben Überblick geben, ob du dich mit einer Partei anfreunden kannst. Ein Klick auf die Profile der einzelnen PolitikerInnen schadet dabei natürlich auch nicht.

Die Linke zum Beispiel hat ihr Programm in einem kurzen Video zusammengefasst. Auch solche Hilfestellungen findest du auf den Social-Media-Kanälen.

Setze Prioritäten

Überlege dir, welche Themen dir wichtig sind und auch welche Themen dir wichtiger als andere sind. Vielleicht ist die Partei, die drei halbwegs gute Punkte hat, besser als die andere Partei, die nur in einem Punkt vollkommen mit deinen Ansichten übereinstimmt.

Vergiss die Münze

Wirf die Münze erst, wenn du dich wirklich nicht zwischen zwei ähnlichen Parteien entscheiden kannst. Kopf für CDU und Zahl für SPD passt nicht zusammen.

Augen und Ohren auf

Halte vor allem kurz vor der Wahl Augen und Ohren in öffentlichen Debatten und Diskursen offen. Schau die Nachrichten, lies eine Zeitung.

Quelle: Noizz.de