Selbst die toxischsten Männer der organisierten Kriminalität fürchten diese Frauen.

Armut, Perspektivlosigkeit, soziale Isolation, Angst, Sehnsucht nach Anerkennung, ja sogar Liebe – Gründe, weshalb Menschen in die Fänge von Clans und Kartellen geraten oder auch freiwillig eintreten, gibt es viele. Für Außenstehende ist schwer nachvollziehbar, wieso man sich in eine grausame, blutige Unterwelt begibt, in der menschliches Leben so wenig Wert zu haben scheint, wie das einer Eintagsfliege.

Wahrscheinlich sind die Leben und Beweggründe der Mafiosi und Kartellführer deshalb so faszinierend. Wenn es Neuigkeiten zu Pablo Escobar, Nacho Coronel, El Chapo und Co. gibt, ist das Interesse groß. Die Berichterstattung wird dabei immer klar von Männern beherrscht. Über die Frauen, die in der kriminellen Unterwelt an der Spitze der Befehlskette stehen, ist wenig bekannt. Es mag nicht viele von ihnen geben, doch sie existieren. Aber wer sind die Frauen, die selbst von den größten Verbrechern der Welt gefürchtet werden? NOIZZ ist der Sache nachgegangen: Hier sind sieben der gefährlichsten Frauen der Welt.

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Griselda Blanco – Pablo Escobars Lehrerin und "Patin des Kokains"

Durch ihre unvorstellbaren Grausamkeiten ist "Die Patin" so berühmt geworden, dass ihr Leben direkt zweimal verfilmt wurde (in den Hauptrollen jeweils Catherine Zeta-Jones und Jennifer Lopez). Die Kolumbianerin Griselda Blanco war Pionierin des bekannten Medellín-Kartells und als "Königin des Kokains" für ihre Brutalität bekannt. Mit ihrem ersten Ehemann wanderte sie in die USA aus. In New York soll sie durch den Handel mit Kokain aus Medellín schnell zur Millionärin geworden sein.

Die Schauspielerin Catherine Zeta-Jones bei einem Interview zum Film "Cocaine Godmother" 2018 in New York.

Im hohen Alter soll Griselda Blanco immer unberechenbarer und paranoider geworden sein, soll Kokain und Crack geraucht haben. Mehr als 200 Menschen soll sie auf dem Gewissen haben – viele davon mit eigener Hand umgebracht. Selbst vor Kindern und Schwangeren soll Blanco keinen Halt gemacht haben. Dabei war sie selbst vierfache Mutter und dreimal verheiratet. Alle ihre Ehemänner soll sie jedoch getötet haben. Sie selbst starb 2012 durch zwei Motorradkiller – eine Exekutionsmethode, die sie selbst erfunden hat.

Claudia Ochoa Felix – die "Kim Kardashian der Drogenmafia"

Claudia Ochoa Felix hatte auf Instagram und Twitter mehrere Hunderttausend Follower, posierte mit rotem Lippenstift und in Bikini, aber auch mit haufenweise Luxus, Geldscheinen und Waffen. 2014 verbreitete sich in den sozialen Medien das Gerücht, sie sei zur Anführerin des Mordkommandos "Los Antrax" des berüchtigten Sinaloa-Kartells aufgestiegen. Die dreifache Mutter hat jedoch immer bestritten, dass sie etwas mit der Mafia zu tun hätte.

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Am 14. September 2019 wurde die mutmaßliche Drogenbaronin in ihrem Haus im mexikanischen Culiacán tot aufgefunden. Als Ursache wurde eine Überdosis Drogen festgestellt.

"La Catrina" – Anführerin des gefährlichsten mexikanischen Kartells

Maria Guadalupe Lopez Esquivel

Maria Guadalupe Lopez Esquivel, wie "La Catrina" wirklich heißt, soll zu den AnführerInnen des berüchtigten Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) gehört haben. CJNG gilt als das gefährlichste und größte mexikanische Kartell und ist auf drei Kontinenten aktiv: Amerika, Asien und Europa. Im Januar traf sie bei einer Razzia der mexikanischen Polizei ein Schuss am Hals, an dessen Folgen die mutmaßliche Kartellchefin starb.

Maria Guadalupe Lopez Esquivel

Vor ihrem Tod stellte die erst 21-jährige Schwerkriminelle auf Social Media gerne ihren überschwänglichen Lifestyle mit Waffen und Co. zur Schau. Esquivel soll dem Kartell im Jahr 2017 beigetreten sein, nachdem sie sich in einen der Anführer, Miguel "El M2" Fernandez, verliebte. In den Rängen unter El M2 soll Esquivel schnell aufgestiegen sein und unter anderem für die Anleitung von Attentaten, Erpressungen und Entführungen verantwortlich sein. Miguel "El M2" Fernandez soll während genannter Razzia ebenfalls ums Leben gekommen sein.

>> Weiblicher Kartellboss "La Catrina" in Mexiko getötet

Anna Maria Licciardi – "The Godmother"

'Lady Camorra' Maria Licciardi

Anna Maria Licciardi ist auf eine perfide Art eine weibliche Vorreitern – leider für die falsche Sache: Denn sie ging als erste Frau an der Spitze des italienischen Licciardi-Clans in die Geschichte ein und stellte prompt ein neues Geschäftsmodell vor: Unter ihrer Führung wurden minderjährige Mädchen aus Albanien mit dem Versprechen auf Arbeit nach Neapel gelockt. Dort wurden sie stattdessen zur Prostitution gezwungen und ermordet, sobald sie ausgedient hatten. 2001 wurde Licciardi verhaftet. Sie sitzt bis heute ihre Strafe ab.

Emma Coronel Aispuro – Ehefrau von Drogenbaron "El Chapo"

Emma Coronel Aispuro, die Ehefrau von Joaquín "El Chapo" Guzmán, dem ehemaligen Chef des mexikanischen Sinaloa-Kartells, hat keinen Gerichtstermin des Prozesses gegen den berüchtigten Drogenbaron in New York verpasst. Dabei soll "El Chapo" für bis zu 3.000 Morde verantwortlich sein.

Emma Coronel, die Frau von Joaquin “El Chapo“ Guzman, verlässt das Bundesgericht in Brooklyn nach dem Prozessauftakt gegen ihren Mann.

Mit 18 Jahren heiratete die ehemalige Schönheitskönigin den über 30 Jahre älteren "El Chapo". Das Ehepaar hat acht Jahre alte Zwillingstöchter. Auf Instagram zeigt die heute 30-Jährige ihr luxuriöses Leben – woher das viele Geld womöglich stammt, scheint sie nicht viel zu kümmern.

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>> Koks, Heroin und 3000 Morde: Der Prozess gegen El Chapo kann endlich beginnen

Sandra Ávila Beltrán – "Königin des Pazifiks"

Sandra Ávila Beltrán hatte früh Kontakte zu mexikanischen Drogenbossen und schaffte es später selbst ganz nach oben in die Führungsränge. Ihre Geschichte diente schon als Buchvorlage: Der Autor Arturo Pérez-Reverte soll Beltrán für den Roman "Königin des Südens" als Inspiration genutzt haben. Beltrán war zweimal verheiratet – beide Ehemänner waren Ex-Polizisten, die die Seiten wechselten und ins Drogengeschäft einstiegen.

Lange blieb sie unter dem Radar der Ermittlungskräfte – bis 2002 ihr Sohn entführt wurde. Die Lösegeldzahlung von fünf Millionen Dollar machten die Polizei hellhörig. Beltrán wurde 2007 verhaftet und 2012 in die USA ausgeliefert. Seit Februar 2015 ist sie wieder auf freiem Fuß.

Rosetta Cutolo – die mit den "Eisaugen"

Rosetta Cutolo

Bei Kartells handelt es sich meist um Familienunternehmen. So auch beim berühmten Camorra-Kartel aus Neapel. Als der Camorra-Boss Raffaele Cutolo verhaftet wurde, war deshalb klar, dass ein Familienmitglied die Geschäfte übernehmen musste. Während ihr Bruder die meiste Zeit seines Lebens hinter Gittern verbrachte, führte Rosetta Cutolo die mafiösen Machenschaften weiter.

Sie war eher als ruhige Herrscherin bekannt, nur einmal handelte sie, wie man es von Drogenbaronen gewohnt ist: 1980 lies sie das lokale Polizeirevier in die Luft sprengen. Eine Entscheidung, die ihr später zum Verhängnis werden sollte. Denn nach dem Vorfall wurde ihr Hauptquartier, ein luxuriöser Palast, von Polizisten gestürmt. Cutolo musste fliehen. Zehn Jahre verbrachte sie auf der Flucht, bis sie sich 1993 freiwillig stellte. Sie wurde zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, von denen sie nur fünf absitzen musste. Heute lebt sie wieder in Freiheit.

>> In den USA wird jetzt legales Kokain-Nasenspray eingesetzt

aa

  • Quelle:
  • Noizz.de