Schon mal vom indigenen Klima-Rapper Xiuhtezcatl gehört?

Du kennst die Klimaaktivistin Greta Thunberg? Und wenn's hochkommt noch die deutsche "Fridays for Future"-Aktivistin Luisa Neubauer? Herzlichen Glückwunsch – aber die kennt JEDER. Auf der ganzen Welt setzen sich auch viele andere junge Aktivistinnen und Aktivisten ein, die es verdient haben, abgefeiert zu werden. Hier stellen wir sie dir hier vor.

1. Ayakha Melithafa (17, Südafrika)

"Junge Anführerinnen und Anführer aufbauen, die andere mit ihren Aktionen inspirieren und sie auf den Klimawandel aufmerksam machen" – das hat sich die Klima-Bewegung "Project 90 by 2030" auf die Fahnen geschrieben. Und das ist kein leeres Versprechen. Der lebendige Beweis dafür ist Ayakha Melithafa, Schülerin aus Kapstadt. Sie ist nicht nur Teil der südafrikanischen Initiative, die für die drastische Senkung des Ausstoßes von CO2 ist, sondern auch noch Rekrutierungsbeauftrage und Sprecherin der African Climate Alliance, einer von Jugendlichen geleiteten Klimagruppe.

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Wen dieses riesige Engagement neben der Schule jetzt an Greta Thuberg erinnert, hat nicht ganz unrecht – die beiden kennen sich tatsächlich. Denn Ayakha ist eine der 16 Jugendlichen, die gemeinsam mit Greta bei der UN eine Beschwerde eingereicht hat. Die Kinder werfen fünf UN-Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, vor, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen. Dadurch würden Rechte verletzt, auf die sich die internationale Staatengemeinschaft in der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet habe. 

"Menschen, die älter sind, schenken der Sache nicht so viel Aufmerksamkeit, weil sie nicht so stark betroffen sind. Sie nehmen uns Kinder nicht ernst, aber wir wollen ihnen zeigen, dass wir es ernst meinen", sagte die Elftklässlerin.

2. Xiuhtezcatl Martinez (19, USA)

Was genau haben diese jungen Umweltaktivisten in der Muttermilch gehabt? "Wahrscheinlich den Zaubertrank von Asterix und Obelix", wirst du dir denken, wenn du das bisherige Lebenswerk von Xiuhtezcatl Martinez siehst.

Mit sechs Jahren sprach er das erste mal auf einer öffentlichen Veranstaltung zu dem Thema Klima, mit 15 hielt er eine Rede vor den Vereinten Nationen. Seine Message: "Was auf dem Spiel steht, ist die Existenz meiner Generation." Das war 2015 – noch bevor die ganze Welt Greta Thunberg für eine ähnliche Rede abfeierte. Noch im selben Jahr klagte er mit 20 anderen jungen Menschen gegen die US-Regierung, weil diese der jungen Generation das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum verweigere, indem sie den Klimawandel ignoriere. Der Prozess läuft noch immer.

Xiuhtezcatl ist außerdem Jugend-Chef der NGO "Earth Guardian", hält Vorträge an Schulen und Universitäten weltweit und hat ein Buch geschrieben. So sieht das Cover des Buches mit seinem Gesicht darauf aus:

Als wäre das noch nicht genug, ist Xiuhtezcatl zu allem Überfluss auch noch Rapper. So veröffentlichte er mit Jaden Smith einen eigenen Hip-Hop-Track – natürlich über Klima-Aktivismus. Hier ist er:

3. Isra Hirsi (16, USA)

Es kann sein, dass du Isra nicht kennst – aber wetten, du hast ihre Mutter schon einmal gesehen? Die ist nämlich keine Geringere als die US-Politikerin Ilhan Omar. Siehst du die Ähnlichkeit?

Und, wie auch ihre Mutter, bringt Isra die US-Politik ganz schön in Schwung: Mit erst 16 Jahren ist sie Mitbegründerin und Chefin des US-Klimstreiks und organisiert Jugendstreiks im ganzen Land. Ursprünglich Aktivistin gegen Rassismus, steht sie jetzt für mehr Diversity unter Klimaaktivisten ein.

4. Autumn Peltier (15, Kanada)

Eine international bekannte Aktivistin für Wasserschutz – und das mit nur 15 Jahren? Kein Problem für Autumn Peltier, die der Wiikwemkoong First Nation in Ontario angehört. Ihre Mission ist es, auf das Problem der Wasserverschmutzung aufmerksam zu machen, das besonders indigene Communities bedroht. Sie tritt für mehr Nachhaltigkeit ein und scheut sich auch nicht, wichtigen Politikern ihre Meinung ins Gesicht zu sagen.

Vergangene Woche tat sie genau das im UN-Hauptquartier in Manhattan, um internationale Gäste auf die Bedrohung von indigenen Gemeinden durch Wasserverschmutzung aufmerksam zu machen. Hier ist ihre Rede:

5. Oladosu Adenike (24, Nigeria)

Ihr Twitter-Name dürfte bei vielen Gegnern Wutanfälle auslösen: Eco Feminist, Öko-Feministin, nennt sich Oladosu auf der Plattform. Sie ist nicht nur Teil des Kollektivs "African Young Voices", das Aufmerksamkeit auf den Klimawandel lenken und Menschen mobilisieren will. Durch ihren Freitagsstreik fürs Klima inspirierte sie so viele Mitbürgerinnen und Bürger, mitzuprotestieren, dass ihr das mehrere Auszeichnungen einbrachte: So hat die Bewegung Global Citizen sie zu einer der weltweit 12 führenden weiblichen Aktivistinnen ernannt, und Amnesty International zeichnete sie als "Botschafterin des Gewissens 2019" aus.

6. Xiye Bastida (17, USA / Mexiko)

Wenn du plötzlich siehst, wie der Klimawandel deine Heimat zerstört – was tust du? Genau vor dieser Frage stand Xiye schon als Kind. Schwere Regengüsse überfluteten ihre Heimatstadt San Pedro Tultepec, außerhalb von Mexico City. Innerlich fasste sie schon da den Entschluss, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Auch weil sie Teil des indigenen Volkes der Otomí in Mexiko ist, deren Leben eng mit der Natur verknüpft ist, war sie schon früh mit Klimathemen in Berührung gekommen.

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Vor vier Jahren zog Xiye mit ihrer Familie nach New York City, und sie gründete eine Umwelt-AG an ihrer Schule. Später wurde sie Teil mehrerer Umwelt-aktivistischen Gruppen und lud deren Anführer zu Vorträgen ein. Einen weiteren Anstoß, noch aktiver zu werden, gab ihr der TED-Talk von Greta Thunberg 2018 – hier ist er:

Nun ist Xiye eine wichtige Mitorganisatorin der "Fridays for Future"-Streiks in New York, war in die Organisation des internationalen Klimastreiks im September involviert und sprach vor den Vereinten Nationen über den Klimawandel.

7. Holly Gillibrand (14, Schottland)

"Das Opfer ist ein kleiner Preis, den ich dafür zahle, um für unseren Planeten einzustehen", sagt die Schottin Holly Gillibrand, die seit Anfang des Jahres jeden Freitag fürs Klima streikt. Die 14-Jährige aus Fort William ist Teil der Bewegung "Schools 4 Climate Action". Die größte Motivation sei für sie, "dass die Menschen realisieren, dass es wichtig ist – wenn wir bereit sind, dafür jede Woche eine Stunde unserer Bildung zu opfern". Neben ihrem Engagement als Klimastreikende ist Gillibrand Mitglied und Botschafterin zweier NGOs, die sich für den Wiederaufbau von Schutzgebieten in Schottland einsetzen.  

Wenn dir in Zukunft ein wütender Klimawandelleugner entgegen brüllt "Greta Thunberg ist kein über allem stehender Klima-Messias", dann kannst du zurückbrüllen "Stimmt – da wären noch Ayakha, Holly, Xiye, Oladosu, Autumn, Isra und Xiuhtezcatl!". Nichts zu danken. Zum Glück gibt es noch viel mehr junge Klimaaktivistinnen und -aktivisten, die einen riesigen Teil dazu beitragen, unsere Umwelt vielleicht doch noch zu retten. Und es werden immer mehr.

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Quelle: Noizz.de