Kim gegen Donald: das Duell der Dickköpfe

Stefan Wittmann

Politik, Sport, Gesellschaft
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Eine Chronologie des Battles zwischen Kim Jong-un und Donald Trump.

Das passiert, wenn zwei quengelige Nervensägen Politik machen: Die Lage zwischen den USA und Nordkorea spitzt sich immer weiter zu.

Neueste Entwicklung: Nordkorea will bis Mitte August Pläne vorlegen, wie der US-Militärstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam angegriffen werden kann.

Haut gerne drauf: US-Präsident Donald Trump Foto: Alex Brandon / dpa picture alliance
Nordkoreas Diktator Kim Jong-un kann über Trump nur lachen Foto: dpa / dpa picture alliance

Wegen der anhaltenden Raketentests Nordkoreas hat sich die Lage zwischen den beiden Ländern immer weiter hochgeschaukelt. NOIZZ hat die Höhepunkte des Schlagabtausches zusammengestellt:

Februar 2016: Trump will Kim Jong-un loswerden

Trump über Kim Jong-un, neun Monate vor der US-Präsidentschaftswahl: „Ich würde im Falle eines Wahlsieges dafür sorgen, den Typen sehr schnell auf die eine oder andere Weise verschwinden zu lassen.“

Auf die Frage, ob er den Diktator auch töten lassen würde, sagt Trump: „Offen gesagt könnte ich mir Schlimmeres vorstellen. Er ist ein schlechter Kerl.

Mai 2016: Trump geht auf Kim Jong-un zu

Trump: „Was zur Hölle ist falsch daran, zu reden? Sowas nennt man einen offenen Dialog.“ Und weiter: „Ich würde kein Staatsbankett ausrichten, wie für andere, die uns abzocken. Stattdessen können wir uns bei Hamburgern an einem Konferenztisch zusammensetzen.

Juni 2016: Nordkorea geht auf Kuschelkurs

Bei den Vereinten Nationen zeigt sich Nordkoreas Botschafter geschmeichelt: „Es liegt natürlich im Ermessen meines Obersten Führers, Trump zu treffen oder nicht“.

Die nordkoreanischen Staatsmedien analysieren: „Es zeigt sich, dass Trump nicht der raue, seltsame und ignorante Kandidat ist, sondern ein weiser Politiker.“

November 2016: Trump und Kim Jong-un – der Beef beginnt

In einem Telefonat mit der südkoreanischen Präsidentin stellt Trump klar, dass er die US-Partner „gegen die Instabilität Nordkoreas“ verteidigen wird. „Wir gehen die ganze Strecke mit ihnen. Wir werden nicht schwanken“, sagte Trump.

Nordkoreas Reaktion: „Washingtons Hoffnung auf eine nukleare Abrüstung Nordkoreas ist eine überhöhte Illusion“.

Januar 2017: Der Konflikt nimmt Fahrt auf

In seiner Neujahrsansprache verkündet Kim Jong-un: „Wir sind in den letzten Etappen vor dem Test einer Interkontinentalrakete. Wir sind zu einer Atommacht aufgestiegen und nun eine Militärmacht des Ostens, die nicht einmal vom stärksten Feind angegriffen werden kann.“

Trumps Twitter-Antwort: „Nordkorea hat gerade verkündet, die Endphase der Entwicklung einer Atomwaffe erreicht zu haben, die Teile der USA erreichen kann. Das wird nicht passieren!

März 2017: die Kommunikation scheitert endgültig

Die USA setzt Nordkorea auf Platz eins der internationalen Bedrohungsskala. Trump via Twitter: „Nordkorea benimmt sich sehr schlecht. Sie haben mit den USA über Jahre hinweg gespielt.“

Die diplomatischen Versuche der letzten 20 Jahre, Nordkorea zum Einlenken um sein Atomprogramm zu bewegen, seien gescheitert. Ein militärisches Vorgehen sei eine Option.

April 2017: die Lage eskaliert

Trump twittert: „Nordkorea sucht Ärger. Wenn China nicht helfen will, werden wir das Problem ohne sie lösen.“

Das nordkoreanische Außenministerium erklärt daraufhin: „Wir werden die härtesten Gegenmaßnahmen gegen die Provokateure ergreifen, um uns mit aller Waffengewalt zu verteidigen. Wir sind bereit, auf jede von den USA gewünschte Art des Krieges zu reagieren.

US-Vizepräsident Mike Pence reagiert: „Die Vereinigten Staaten werden jeden Angriff zerschlagen. Das Schwert steht bereit.

Nordkoreas Antwort: „Legt euch nicht mit uns an. Sollten wir unseren super-gewaltigen Präventivschlag starten, wird er nicht nur umgehend die Truppen der US-Imperialisten in Südkorea und Umgebung, sondern auch das US-Festland auslöschen und sie zu Asche machen.“

Juli 2017: Alarmbereitschaft

Nach dem Test einer Interkontinentalrakete verkündet Kim Jong-un: „Das Festland der USA ist jetzt in Reichweite.“

Der UN-Sicherheitsrat verhängt daraufhin die bisher schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

August 2017: Verbales Kräftemessen

Trump meldet sich aus dem Urlaub: „Nordkorea sollte besser keine weiteren Drohungen gegen die USA ausstoßen. Ihnen wird mit Feuer, Wut und Macht begegnet, wie die Welt es noch nie gesehen hat.“ Dann prahlt Trump, das nukleare Arsenal der USA modernisiert zu haben.

Nordkorea reagiert unbeeindruckt und will bis Mitte August Pläne vorlegen, wie der US-Militärstützpunkt auf Guam angegriffen werden könnte – und legt verbal nach: „Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen nicht möglich. Nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen.“ In der Stellungnahme heißt es weiter, Trump verkenne den Ernst der Lage, was dem nordkoreanischen Militär „ziemlich auf die Nerven“ gehe.

Der US-Verteidigungsminister James Mattis warnt Nordkorea: „Die Demokratische Volksrepublik sollte jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Vernichtung ihres Volkes führen würden.“

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