„Konservativ ist wieder sexy“ – äh ... nein?!

Dieser Mann ist nicht sexy.

Dieser auch nicht.

Und er hier – auch nicht.

Was haben all diese unsexy Menschen gemeinsam? Sie haben ein Y-Chromosom, sie haben graue Haare, sie haben einen Wohlstandsbauch. Sie wollen eine „Obergrenze“ für Flüchtlinge. Sie sind in der CSU. Und: Sie denken, das sei sexy.

In ihrem „Zehn-Punkte-Plan“, den die Partei vor einigen Tagen vorgestellt hat, findet sich der folgende, bemerkenswerte Absatz:

Konservativ ist wieder sexy. Denn wer will nicht das bewahren, was uns wirklich wichtig ist: unsere Art zu leben (sicher und frei!), unseren Wohlstand und den gesellschaftlichen Frieden.“

Wir möchten dir, liebe „Christlich-Soziale Union“, wirklich nicht zu nahe treten. Aber irgendjemand muss die undankbare Aufgabe übernehmen und es dir sagen: Liebe CSU – du bist nicht sexy. So gar nicht.

Es ist nicht sexy, nur 200.000 notleidende Menschen ins eigene Land lassen zu wollen – und dem 200.000-und-Ersten die Teilhabe an unserem „Wohlstand“ zu versagen.

Es ist nicht sexy, unter allen Umständen eine „Leitkultur“ bewahren zu wollen, die andere Kulturen von vornherein herabstuft und ausschließt und von der nicht mal klar ist, was das eigentlich sein soll, eine „Leitkultur“. Das hier vielleicht?

Es ist nicht sexy, zu sagen: „Grenzenlose Freiheit macht Angst.“ Liebe Menschen von der CSU: Grenzenlose Freiheit ist etwas Positives, fragt doch mal die Menschen in der Türkei oder in Russland. Und diese „Angst“, die kommt nicht dadurch, dass es in Deutschland „grenzenlose Freiheit“ gibt. Diese „Angst“ kommt dadurch, dass ihr sie selbst schürt. Altes Populisten-Rezept. Hat die AfD auch super drauf.

Ach ja, und es ist auch nicht sexy, wenn ihr über Dinge wie „Liebe zur Heimat“ sinniert. Auch die meisten Flüchtlinge lieben ihre Heimat – hilft aber nix, wenn dort Krieg ist oder es keine Jobs gibt. Unsexy, und im Übrigen auch ziemlich unCHRISTLICH für eine Partei mit dem „C“ im Namen, diese Leute in eurer so wunderbaren Heimat nicht aufnehmen zu wollen.

Konservativ zu sein, ist total okay. Aber konservativ sein heißt, „konservieren wollen“, also: Altes bewahren und Angst vor Neuem haben. Es heißt Stillstand. Stillstand ist gefährlich, Stillstand ist langweilig. Und Stillstand ist vor allem eines nicht: sexy.

Quelle: Noizz.de