Macht Corona die Deutschen besonders ängstlich? Eine Langzeitstudie zeigt, wovor die Deutschen wirklich Angst haben – und welche Sorgen im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen sind: Wie steht es um die Angst vor Migration, Klimawandel und Krankheit?

Vor was hat Deutschland Angst? Seit fast dreißig Jahren gibt es eine Langzeitstudie zu dem Thema – mit immer wieder überraschenden Ergebnissen. So würde wohl jede*r vermuten, dass in Zeiten einer globalen Pandemie keine größere Angst gebe, als der, vor Corona. Doch falsch gedacht! Die Angst davor, schwer zu erkranken, liegt nicht mal auf einem der ersten Plätze!

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Große Angst vor Donald Trump

Nur etwa jeder dritte Deutsche fürchtet sich laut der veröffentlichten Ergebnisse der Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" vor einer eigenen Infektion oder einer Infektion von Menschen aus dem persönlichen Umfeld mit dem Coronavirus. Als größtes Problem sehen die Deutschen dagegen die Politik von US-Präsident Donald Trump – 53 Prozent macht diese Angst.

Donald Trumps Politik wirkt auf viele unberechenbar

Wirtschaftliche Folge von Corona

Allerdings bestärkt die Coronakrise den Ergebnissen zufolge die wirtschaftlichen Sorgen der Deutschen. Die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten landete erstmals seit sechs Jahren wieder unter den sieben größten Ängsten, mit 51 Prozent der Befragten wurde dies die zweitgrößte Sorge.

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Ebenfalls deutlich stieg die Sorge, dass deutsche Steuerzahler*innen für überschuldete EU-Staaten zahlen müssen, dies fürchten 49 Prozent. Die Angst vor einem Konjunktureinbruch folgt als viertgrößte Sorge der Deutschen, 48 Prozent haben diese Befürchtung. Im Jahr davor lag diese Sorge nur auf Platz 14.

Immer noch Angst vor Migration – und Naturkatastrophen?

Auf Platz fünf liegt die Angst vor Naturkatastrophen und Wetterextremen – in Anbetracht des voranschreitenden Klimawandels keine unberechtigte Angst. Deutlich zurückgegangen sind hingegen die Sorgen vor einer Überforderung des Staats durch Flüchtlinge – um 13 Prozentpunkte ist diese Angst im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liegt jetzt bei 43 Prozent.

Ebenfalls 43 Prozent der Befragten haben Ängste vor Spannungen durch einen Zuzug von Ausländern, was einem deutlichen Minus von zwölf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Grenzzäune, wie dieser Ungarn, sollen Flüchtlinge zurückhalten

Weniger Angst trotz Corona

Erstaunlichstes Ergebnis der Umfrage: Der Angstindex insgesamt ist trotz der Coronakrise der niedrigste seit Beginn der jährlichen Umfrage im Jahr 1992.

[Text zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de