.. so behauptet es zumindest das Institut dahinter.

Während man sich in den USA schon Cannabis wie Pizza nach Hause liefern lassen kann, ist Deutschland, was das Kiffen angeht, noch ziemlich hinten dran. Erst vor Kurzem wurde hier Cannabis in klar abgesteckten Grenzen für die medizinische Therapie zugelassen. Da klingt das, was die „Forschungsinitiative Cannabiskonsum” verspricht, schon wirklich krass.

Die Initiative, nach eigener Abkürzung „FI-CK”, will mit rund 25.000 Berlinern eine Cannabis-Studie machen. Zehn Jahre lang und explizit nicht für medizinische Zwecke. Die Teilnehmer sollen sich ihr Dope dann in Apotheken besorgen können – bis zu 30 Gramm im Monat.

Allerdings auf eigene Kosten und zu höheren Preisen als auf dem Schwarzmarkt. Das steht so leider nicht auf FI-CKs Website und man erfährt es erst auf persönliche Anfrage.

Erforschen will das Institut mit dem unseriös klingenden Namen „wie Cannabiskonsum bei gesunden Konsumenten über mehrere Jahre wirkt”. Denn Cannabis sei als Rauschdroge von der Forschung weitestgehend vernachlässigt worden und eher im Zusammenhang mit psychischen Problemen oder Abhängigkeiten erforscht worden, so Thomas Schnell, wissenschaftlicher Studienleiter von FI-CK.

FI-CK Geschäftsführer Marko Dörre hat sonst nicht viel mit Cannabis zu tun. Er ist als Anwalt auf die Erotikbranche und Jugendschutz spezialisiert. Auf Anfrage erklärt er, dass jedoch gerade seine Expertise im Jugendschutz bei dieser Studie nützlich seien. Zudem sei er für administrative Aufgaben bei der Initiative zuständig.

Aber nicht nur Dörres sonst eher bunter Job sticht ins Auge, auch, dass gleich 25.000 Teilnehmer gesucht werden, überrascht.

„Es ist schon ein ungewöhnlich großes Studiendesign, wenn 25.000 Teilnehmer gesucht werden”, sagt Bernd Werse, Leiter des Center for Drug Research an der Uni Frankfurt.

Zum Vergleich: Selbst das Sozioökonomische Panel, das als größte Dauerstudie Deutschlands gilt, hat im Schnitt gerade mal 20.000 Teilnehmer. Die Kosten für eine derart große Studie, die auch noch über zehn Jahre hinweg erfolgen soll, seien groß, sagt Werse.

„30 Gramm sind eine ganze Menge“

Werse, der seit einigen Jahren zum Thema Cannabis forscht, wundert zudem die Abgabemenge: „30 Gramm Cannabis sind schon eine ganze Menge. Mit so viel Dope dürfte man selten richtig nüchtern sein”, sagt der Forscher.

„Aus meinen Forschungserfahrungen weiß ich, dass nicht wenige der Menschen, die so viel kiffen, dann doch Probleme haben”, so Werse. Dies würde dem Ziel der Forschungsinitiative widersprechen, normales Konsumverhalten zu erforschen.

„Wesentlich ,normaler' wäre eine KonsumentIn, der oder die einige Male im Monat weitaus geringere Mengen konsumiert.”

Ein erster Antrag wurde abgelehnt

Auf Anfrage erklärt FI-CK Geschäfsführer Marko Dörre, dass die Finanzierung gesichtert sei und dass zudem die Nutzer ihr Dope selbst bezahlen müssten. Den Financier nennt er jedoch nicht.

Derzeit ist jedoch unklar, ob die Studie überhaupt genehmigt werden kann. Ein erster Antrag auf Studienzulassung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurde schon abgelehnt.

Die Initiative Cannabiskonsum hat dagegen Widerspruch eingelegt. „Die Hürden sind sehr hoch”, räumt Geschäftsführer Dörre ein.

Wer dennoch mitmachen will, kann sich unter www.fi-ck.de bewerben.

Quelle: Noizz.de