Darum ist Horst Seehofers Innenministerium diskriminierend

Alisha Mendgen

Ex-NOIZZ-Praktikantin
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Horst Seehofer hat sein Ministerium besetzt Foto: Kay Nietfeld / dpa picture alliance

9 Männer und keine einzige Frau – einfach nur rückständig.

Vor kurzem brachte sich der CSU-Politiker in die Schlagzeilen, weil er den Islam nicht als Teil von Deutschland sieht. Jetzt beherrscht er die Schlagzeilen, weil er schon wieder beweist: Er ist von gestern!

Seehofer hat tatsächlich das "Ministerium des Innern, für Bau und Heimat" nur mit alten, weißen, graumelierten Männern besetzt – das ist nicht nur stinklangweilig, sondern auch extrem diskriminierend!

"Die Grünen"-Politikerin Hannah Neumann reagierte darauf prompt bei Twitter. Die Stichworte Feminismus, Diversität und Vielfalt fallen in ihrem Tweet – all das fehlt in diesem Heimatministerium.

Mittlerweile hat das Innenministerium das Titelbild gelöscht und durch ein Foto der Hausfassade ersetzt. Wenn das Heimatministerium Deutschland repräsentieren soll, dann liegt die Frage nah: Wo sind die Frauen, die über 50% der deutschen Bevölkerung ausmachen?

Das Bild verschwindet – aber die Minister bleiben. Foto: Alisha Mendgen / Screenshot/BMI

Jeden 08. März wird der Frauentag gefeiert und der wird nicht umsonst auch Kampftag genannt!

Frauen kämpfen für die Gleichstellung und Repräsentation unter anderem in der Politik und Wirtschaft. Besonders in unserem politischen und gesellschaftlichen Klima zeugt diese Aktion des Innenministers von Gleichgültigigkeit und Ignoranz.

In diesem Ministerium fühlt Frau sich nicht gesehen, sondern übersehen. Repräsentation ist der Schlüssel zur Emanzipation und Weiterentwicklung – das scheint bei Horst Seehofer offensichtlich nicht angekommen zu sein.

Wie sollen diese Männer über Belange und Wünsche entscheiden, die Frauen betreffen? Seehofer und Co. werden niemals in der Lage sein, die Schwierigkeiten einer Frau in Deutschland nachzuvollziehen, geschweige denn zu verstehen.

Das selbe gilt für Andreas Scheuer, der im Verkehrsministerium auch eine rein männliche Führungsriege einsetzt – warum überrascht das eigentlich nicht?

Leider haben Seehofer und seine Kollegen den Nerv der Zeit mal wieder nicht getroffen und beweisen dabei, dass dieser Teil der CSU veraltet und rückständig ist.

Quelle: Noizz.de