In Dänemark gilt eine Vergewaltigung bisher nur als solche, wenn Gewalt angedroht wird oder eine Person sich wegen bestimmter Umstände nicht wehren kann. Jetzt soll die Definition erweitert werden: Sex muss grundsätzlich von beiden Seiten freiwillig geschehen.

Nach Schweden will mit Dänemark auch ein weiteres skandinavisches Land rechtlich klarer definieren, was als Vergewaltigung eingestuft wird. Im dänischen Strafgesetzbuch soll künftig deutlich gemacht werden, dass sexuelle Handlungen für alle Beteiligten stets auf Freiwilligkeit basieren müssen. Ein entsprechender Vorschlag des Strafgesetzrates der Regierung werde nun Organisationen und Experten vorgelegt, teilte das dänische Justizministerium mit. Justizminister Nick Hækkerup wolle auf dieser Grundlage im April einen Gesetzesvorschlag vorlegen.

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So definiert Dänemark Vergewaltigung bisher

Heute wird in Dänemark als Vergewaltigung bezeichnet, wenn eine Person eine andere mit Gewalt oder unter Androhung von Gewalt zum Geschlechtsverkehr zwingt. Als Vergewaltigung wird auch eingestuft, wenn man Sex mit jemandem hat, der sich in seinem Zustand oder seiner Situation nicht dagegen widersetzen kann. Diese Bestimmungen sollen nun sprachlich so abgeändert werden, dass letztlich entscheidend ist, ob der Sex von beiden Seiten freiwillig geschieht.

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"Es ist an der Zeit, dass wir eine neue Vergewaltigungsgesetzgebung in Dänemark bekommen, in der festgestellt wird, dass Sex freiwillig sein muss", erklärte Dänemarks Justizminister Hækkerup. Basiere Geschlechtsverkehr nicht auf beiderseitiger Freiwilligkeit, müsse man von Vergewaltigung sprechen.

[in Zusammenarbeit mit dpa]

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Quelle: Noizz.de