Fake-News-Alarm! Schon in kürzester Zeit haben sich Falschinformationen um Covid-19 gebildet und werden rasch verbreitet. Nachdem nun eine weitere Sprachnachricht mit falschen Informationen die Runde macht, haben wir den ultimativen Guide, für eine gute Informationslage!

Gut, dass Kettenbriefe à la "Dieses Mädchen ist gestorben, und wenn wir diese Mail nicht an 300 Leuten schicken, wird sie auch dich heimsuchen" absoluter Quatsch sind, dürften wir mittlerweile alle verstanden haben. Als die sozialen Netzwerke nicht mehr nur den Digital Natives überlassen wurden und auch die Boomer, das Potenzial der sozialen Medien erkannten, gab es noch einmal ein Aufflammen dieser Nachrichten, was bildhaft zeigt, dass sich das Medienverständnis der letzten Jahre drastisch gewandelt hat.

Viel gefährlicher allerdings sind Falschinformationen, und ihr Potenzial, jeden, der mit einem anderen Medienverständnis aufgewachsen ist als Generation Y, in einen Sog aus falschen Meldungen, Nachrichten und Überschriften zu ziehen. Auch wir sind davor nicht gefeit, also haben wir hier einen Guide, um Fake News in den reißerischen Zeiten von Corona zu entgehen und unnötige Panik zu umgehen.

Vertraut den Richtigen

Aktuell sind wir fast stündlich auf aktuellste Informationen angewiesen. Doch gleichzeitig ist es schwer, sich im Medienrummel zurechtzufinden. Vertraut daher auf seriöse Medien. Als oberstes sollten da natürlich die Öffentlich Rechtlichen Medienanstalten stehen. Gerade diese kassieren gerne mal viel Gegenwind und werden selbst mit Fake News und Meinungsmache gerade aus dem rechten Spektrum gerichtet.

Dafür gibt es aber keinen Anlass, denn die staatliche Finanzierung ermöglicht einen qualitativen Journalismus, der nicht oder zumindest weniger auf Clickbaiting, zwiespältige News oder unüberlegte Schnelligkeit angewiesen ist. Der journalistische Ethos und die Pressefreiheit stehen über der Finanzierungsfrage und somit sollten diese Format ein grundlegender Anlaufpunkt für gesicherte Informationen sein. Neben der Tagesschau und den Tagesthemen gibt es auf Funk auch jugendliche News- und Politik-Formate.

Zusätzlich bietet die Website der Tagesschau auch über die Sendezeit hinaus, zahlreiche Artikel zu den Themen der Sendung und zu denen, die keinen Platz in der täglichen Viertelstunde bekommen haben. Auch der Instagram-Kanal teilt viele vereinfachte Informationen, die dann auch nochmal im Detail nachlesbar sind.

Textgattungen beachten

Bei Text-Medien und Zeitschriften, solltet ihr unbedingt auf die unterschiedlichen Textgattungen achten. Ein Kommentar oder eine Kolumne lesen sich vielleicht spannender und spaßiger, dennoch handelt es sich um Meinungsstücke. Die meisten großen deutschsprachigen Zeitschriften kann man gerade anhand dieser Texte gut in ein politisches Spektrum einordnen und es ist wichtig, diese Orientierung beim Lesen zu beachten.

Nicht nur Überschriften lesen

Haltet euch vor Augen, dass sich alle nicht staatlichen Medien auch finanzieren müssen - meistens durch Werbung, die an Klickzahlen gebunden ist. Das hat manchmal Clickbaiting und reißerische Überschriften zufolge, um sich Leser*innen zu sichern. Gerade im digitalen Journalismus ist es für viele Magazine wichtig, ein paar Klickgaranten zu veröffentlichen, um für die Finanzierung zu sorgen, die auf der anderen Seite gute, ausführliche Recherche zu ermöglichen. Lest daher nicht nur Überschriften, sondern den ganzen Artikel, um die meist sehr extreme Information im Titel richtig einordnen zu können.

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Quellen checken

Fragt auch immer gerne in den Kommentaren nach, wenn ihr Informationen nicht ganz traut, ein ungutes Gefühl habt und lasst euch von den Magazinen und Zeitungen auf die Quellen verweisen. Gerade bei Zahlen sollte ein qualitativer Artikel immer den Ursprung dieser schon im Text erwähnen oder sogar verlinken. Passiert das nicht, solltet ihr auf jeden Fall stutzig werden, nachhaken oder selbst recherchieren.

Traut Screenshots aus chinesischen Medien nicht, die sowieso ein Thema für sich sind und innerhalb der Diktatur stark zensiert werden! Traut keinen Fotografien aus Büchern und Romanen! Traut den WhatsApp-Sprachnachrichten, die aktuell zunehmend im Umlauf sind, nicht! Überprüft etwaige Erzählungen und persönliche Berichte. Gerade die kursierenden Sprachnachrichten, appellieren an persönliche, private Bindungen und versuchen durch diesen intimen Moment der fadenscheinigen News, sich zu verbreiten. Dazu gibt es keinen Grund und der Kurs der deutschen Gesundheitsbehörden ist sehr offen und ehrlich. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sie Informationen zurückhalten und vertuschen.

whatsapp

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Checkt Informationen aus erster Hand

Besucht regelmäßig die Seite des Robert Koch Instituts. Sie veröffentlicht News, Maßnahmen et cetera und so bekommt ihr die relevantesten Informationen direkt aus erster Hand. Auch der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten ist sehr aktiv auf Twitter und gibt laufend Interviews und Tipps und führt in Zusammenarbeit mit dem NDR einen sehr informativen Podcast. Der deutsche Forscher, war einer der Ersten, die 2003 das SARs-Virus entdeckte und und entwickelte eine sichere Diagnostik. Dementsprechend ist er für das Coronavirus, welches eine Mutation der SARs-Infektion ist, ein absoluter Fachmann, der seine Aufklärerrolle sehr verantwortungsbewusst einnimmt.

Prof. Dr. Christian Drosten, Virologe der Charité Berlin

Faktencheck der Deutschen Presse Agentur

Die Grundlage der deutschen News ist die dpa, die Deutsche Presse Agentur, die Journalist*innen landesweit mit Informationen versorgt. Die Agentur überprüft ebenfalls kursierende Falschmeldungen und potentielle Fake News. Dazu bewerten sie die jeweilige Überschrift und greifen auch die falsche Argumentation oder Hintergrundinformationen auf, stellen einen Fakten-Check an, präsentieren sie vereinfacht, verlinken aber auch auf ausführlichere Quellen, belegen ihre Fakten und leisten damit eine ganz zentrale Aufklärungsarbeit gegen Falschinformationen. Das Faktencheck-Team unterstütz dabei besonders Facebook gegen Fake News und geht aktiv gegen Meldungen vor.

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Quelle: Noizz.de