Die Angst vor einer zweiten Welle des Coronavirus sorgt in China gerade für heftige, fremdenfeindliche Maßnahmen. Besonders die afrikanische Gemeinschaft in Guangzhou ist von Rassismus betroffen.

Die afrikanische Gemeinschaft in der südchinesischen Stadt Guangzhou berichtet von einer fremdenfeindlichen Kampagne gegen Schwarze seitdem sich in China die Angst vor einer zweiten, diesmal importierten Welle des Coronavirus verbreitet. Es gibt vermehrt Berichte über Vertreibungen Schwarzer Bewohner aus ihren Wohnungen, verweigertem Zutritt zu Restaurants und Hotels, sowie zunehmender Obdachlosigkeit.

Schwarze Bewohner eines Stadtteils, der als "Kleinafrika" bekannt ist, sollen gezwungen worden sein, sich in ihren Wohnungen in Quarantäne zu begeben und sich Coronavirus-Tests zu unterziehen. In Interviews mit CNN berichteten Betroffene davon, dass diese Maßnahmen unabhängig davon vollzogen wurden, ob sie kürzlich irgendwohin gereist sind oder Kontakt zu Covid-19-Patienten hatten, geschweige denn Symptome zeigten.

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Videos der rassistischen Maßnahmen verbreiten sich auf Social Media

Das Vorgehen der chinesischen Behörden blieb nicht ohne Gegenwind: Afrikanische Regierungen protestierten gegen die Diskriminierungen, US-Diplomaten gaben Warnungen für das Gebiet um Guangzhou an Schwarze US-Staatsbürger aus und auf Social Media sorgten Videos von den ausländerfeindlichen Maßnahmen für Aufruhr. Ein weithin verbreitetes Video zeigt etwa eine McDonald's-Mitarbeiterin in Guangzhou, die ein Schild hält, auf dem steht, dass von nun an Schwarze das Restaurant nicht mehr betreten dürften. Eine Sprecherin von McDonald's China bestätigte die Vorkommnisse und entschuldigte sich.

Hier einige der Videos:

90 Prozent der neuen Coronavirus-Fälle chinesische Staatsbürger

Wie "The Washington Post" berichtet, verweigerte die chinesische Regierung im vergangenen Monat allen Ausländern die Einreise, obwohl etwa 90 Prozent der neuen Coronavirus-Fälle chinesische Staatsbürger waren, die aus Orten wie Italien, Iran und den Vereinigten Staaten zurückkehrten. Unter den 98 Neuinfektionen, die am Montag gemeldet wurden, waren bis auf einige wenige Ausnahmen alle aus Russland eingetroffene chinesische Staatsbürger.

Die chinesische Regierung wollte von rassistischen Vorgehen gegen Schwarze Menschen zuerst nichts wissen: Am Donnerstagnachmittag sagte ein Sprecher des Außenministeriums noch, die chinesische Regierung behandle alle Ausländer gleich. Man lehne jegliche anderen Praktiken ab, die auf bestimmte Personengruppen abzielen und habe keinerlei Toleranz gegenüber diskriminierenden Worten und Taten. Nach massiven internationalen Protesten gelobte Peking am Sonntag dann doch Besserung. Man nehme die von afrikanischen Ländern vorgebrachten Sorgen sehr ernst und arbeitete an einer Verbesserung der Methoden im Kampf gegen die Pandemie.

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Quelle: Noizz.de