Ein älterer Mann und seine Frau in den USA haben nach einer Corona-Infektion ein Mittel eingenommen, das US-Präsident Donald Trump als mögliche medikamentöse Behandlung für das Virus empfiehlt. Dabei hat das Medikament weder genug Testphasen durchlaufen, noch wurde es von der WHO freigegeben.

Ärzte des Banner Health Hospital in Phoenix, Arizona, berichten von dem ungewöhnlichen Fall, von dem man wohl durchaus sagen könnte, dass Donald Trump eine Mitschuld trifft. Der US-Präsident hatte bei aktuellen Pressekonferenzen immer wieder davon gesprochen, dass die Chemikalie Chloroquin in der Behandlung von Covid-19 verwendet werden könne, ein "Game Changer" sei, obwohl es bisher weder Studien, noch Forschung dazu gibt.

Chloroquin gegen Covid-19: Keine ausreichende Grundlage für Behandlung

In Frankreich, Südkorea und China soll es Fälle gegeben haben, bei denen der Stoff erfolgreich geholfen habe. Doch die Weltgesundheitsorganisation hat bisher keinerlei Empfehlung für Chloroquin ausgesprochen, eine Substanz, die vor einigen Jahren intensiv im Kampf gegen Malaria und Lupus eingesetzt wurde. Im Alltag werden damit vor allem Aquarien gereinigt, was es dem Normalbürger möglich macht, online an den medikamentösen Stoff zu kommen.

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Der Infizierte in Arizona und seine Frau vertrauten wohl den Worten des Präsidenten und Empfehlungen im Internet, die Chloroquin als Wunderdroge verkaufen. Sie nahmen als Selbstmedikation Chloroquinphosphat zu sich. 30 Minuten nach der Einnahme ging es dem Paar so schlecht, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Der Mann sei zu einem späteren Zeitpunkt verstorben, seine Frau ist mittlerweile stabil, so "BuzzFeed News".

Coronavirus: Ärzte warnen vor unkontrollierter Einnahme von Medikamenten

"Wir verstehen, dass die Menschen in Panik geraten und nach Antworten suchen", erklärt eine Sprecherin des behandelnden Krankenhauses. "Doch das ist nicht der richtige Weg, um damit umzugehen. Selbstmedikation verursacht nur mehr Schaden."

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Quelle: Noizz.de