Reisen in Zeiten von Corona? War in den letzten Wochen nur bedingt möglich. Jetzt hat die Bundesregierung zwar die pauschale Reisewarnung für Nicht-EU-Länder aufgehoben – sorgenloser Urlaub ist aber trotzdem noch so gut wie unmöglich.

Nach mehr als einem halben Jahr hat die Bundesregierung in der Nacht zu Donnerstag die pauschale Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben. Jedes Land der Welt wird nun einzeln bewertet – so wie bisher bereits die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums. Eine Reisewarnung wird nur noch für die Länder ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt derzeit für mehr als 130 Länder ganz oder teilweise.

Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Zu dieser Staatengruppe gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber ausländische Touristen auch nicht einreisen dürfen.

Nur weil es keine pauschale Reisewarnung gibt, können wir nicht überall Urlaub machen – im Gegenteil

Unter dem Strich bleiben dann gar nicht mehr viele Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch von ihnen abgeraten wird – vor allem weil derzeit in Europa alle paar Tage neue Reisewarnungen hinzukommen. So waren am Mittwochabend in der EU nur noch neun der 26 Partnerländer Deutschlands ganz ohne Risikogebiet und Reisewarnung.

Symbolbild: Urlaub am Strand, Portugal

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Die weltweite pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie war am 17. März von Bundesaußenminister Heiko Maas ausgesprochen worden, nachdem zahlreiche Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt worden waren und Zehntausende Deutsche im Ausland festhingen. Bereits am 15. Juni war die Regelung für die meisten europäischen Länder wieder aufgehoben worden. Jetzt entfällt sie ganz.

Die Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den*die Urlauber*in: Bereits gebuchte Reisen können storniert werden, wenn das Ziel zum Risikogebiet erklärt wird.

[Zusammen mit: dpa/kk]

  • Quelle:
  • Noizz.de