Während die Infektionszahlen weiter steigen und Deutschland kurz vor dem Lockdown steht, wird es für die Krankenkassen immer teurer. Für viele Menschen bedeutet eine Ansteckung nämlich nicht nur 14 Tage Quarantäne, sondern schwere Krankheitsverläufe und eine stationäre Behandlung. Die kann ziemlich teuer sein.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte kürzlich gegenüber der "Welt am Sonntag" vor langfristigen Corona-Folgeschäden. "Es wird eine Welle chronischer Erkrankungen geben“, meinte der Politiker. Das könnte für die Krankenkassen ziemlich teuer werden.

In Deutschland starben laut den aktuellen Zahlen des "RKI" (Stand 20. Oktober) an Corona 9.854 Menschen, über 380.000 Fälle waren und sind insgesamt bekannt. Die Zahlen steigen täglich um 7.000 Infizierte.

Karl Lauterbach

Was für finanzielle Auswirkungen hat die Pandemie für die Krankenkassen?

Laut Auswertung der Daten der AOK-Versicherung kostet eine stationäre Behandlung einer COVID-19-Erkrankung durchschnittlich 10.700 Euro. Diese können sich, je nach Krankheitsverlauf, aber deutlich drunter (6.900 Euro, keine Beatmungskosten) oder drüber (38.500 Euro, Beatmungskosten) liegen. Ein kleiner Teil, zehn Prozent der beatmungspflichtigen Patienten, kosten laut Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK Bundesverbandes, sogar über 85.000 Euro. Laut RKI kommen aktuell etwa sechs Prozent der bestätigt Infizierten in ein Krankenhaus, sind also so schwer erkrankt, dass sie stationär behandelt werden müssen.

Krankenhaus (Symbolbild)

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Die "Welt am Sonntag" bezieht sich bei ihren Daten auf Zahlen der AOK und der Barmer Ersatzkasse zu Krankenhaus-Behandlungen von COVID-19-Fällen. Die AOK versichert mehr als 26 Millionen Menschen, die Barmer hingegen nur neun Millionen. Wie belastend die Kosten für die Krankenkassen wirklich ist, wird sich allerdings erst noch zeigen. "Erst in zwei bis drei Jahren werden wir sehen, wie gewaltig die langfristigen Kosten für unser Gesundheitssystem sind", meint Lauterbach.

  • Quelle:
  • NOIZZ