Das Modelabel stand bei der Pariser Fashion Week für seinen Laufsteg-Look in der Kritik.

Fashion Weeks sind immer für einen Skandal gut. Diesmal hat es das japanische Designer-Label Comme Des Garçons erwischt. Bei ihrer Präsentation der neuen Herbst-Winter-Looks für die kommende Saison 2020/2021 auf der Pariser Fashion Week wollten die Modemacher besonders kreativ sein – und schickten ihre Models, egal ob weiß oder People of Color, in Cornrows auf den Laufsteg. Einem Look, der essentieller Bestandteil der Schwarzen Community ist.

Damit erntete das Kult-Label den eigentlich vorprogrammierten Shitstorm. Allen voran der renommierte Fashion-Blog "Diet Prada" bezeichnete die Show von Comme Des Garçons als höchst problematisch. Auf Instagram schriebt Diet Prada: "[Comme] schien mit der Show einen Schritt zurückgegangen zu sein ( ...) Erst 2015 sagte die Moderatorin der Modepolizei, Giuliana Rancic, dass Zendayas Dreadlocks bei den Oscars sie so aussehen ließen, als würde sie nach Patchouliöl oder Gras riechen." Die Message ist klar: Es ist einfach unpassend, wenn nicht sogar rassistisch, eine vorwiegend weiß-geprägte Modelinie mit Stilelementen der Schwarzen Kultur auszustatten.

Back in 2018, @commedesgarcons cast their first black models in over 20 years for their FW18 show, following critical comments from netizens who noticed they hadn’t featured a black model since 1994. Last night, the avant-garde Japanese label seemed to have taken a step back with their men’s show, this time putting white models in cornrow wigs. Some black models also sported the wigs, while some wore their own hair. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Vogue Runway called them “odd”, which is a curious statement in itself, considering the stigma and discrimination of natural hair and hairstyles that embrace cultural identity (braids, Bantu knots, twists and locs). It was only in 2015 that Fashion Police host Giuliana Rancic said that Zendaya’s dreadlocks at the Oscars made her look like she “smells like patchouli oil or weed”. Suffice it to say, CDG’s decision to appropriate the braided hairstyles for white models is indeed problematic. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ On the positive side, more states are legislating to ban race-based hair discrimination, following New York and California’s decision in 2019. Dieters, what do you think about the wigs at Comme des Garçons? The look on the model’s faces say it all, don’t you think? • #commedesgarcons #culturalappropriation #pfw #pfwm #pfw20 #cornrows #wig #wigs #caucasity #commepocracy #reikawakubo #adrianjoffe #discrimination #hair #naturalhairstyles #locs #locstyles #blackhair #blackhairstyles #naturallycurly #protectivestyles #goodhair #model #malemodel #avantgarde #cdgconverse #cdgplay #cdg #vogue #dietprada

Das Kult-Label äußerte sich inzwischen zu den Motiven ihrer Show und den Vorwürfen der rassistisch motivierten, kulturellen Aneignung. Auf "Dazed" veröffentlichte das Label ein Statement. Darin heißt es:

"Die Inspiration für die Kopfbedeckungen der Comme des Garçons Menswear FW'20-Show war das Aussehen eines ägyptischen Prinzen. Es war nie unsere Absicht, jemanden zu missachten oder zu verletzen – wir entschuldigen uns zutiefst und aufrichtig für die von ihm verursachten Schäden."

Der zuständige Hairstylist der Show, Julien d'Ys, entschuldigte sich ebenfalls auf Instagram: "Meine Inspiration für die Show von Comme des Garçons war ein ägyptischer Prinz. Ein Look, den ich wirklich schön fand: Niemals hatte ich vor jemanden zu verletzen. Falls ich das getan habe, entschuldige ich mich vielmals."

Vielleicht sollten international agierende Modelabels vermehrt darüber nachdenken, wie ihre Inszenierungen bei anderen Ethnien ankommen könnten. Oder aber die Kontexte ihrer Inszenierungen deutlicher hervorheben.

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Quelle: Noizz.de