„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

Am 10. Dezember 1948, also gestern vor siebzig Jahren, wurde die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen in Paris verkündet. Sie beinhaltet 30 Artikel, die die grundlegenden Rechte festlegen, die jedem Menschen zustehen sollten – „ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“

Das Problem der Menschenrechte: Sie sind ein Ideal, aber keine verbindliche Rechtsquelle. Ihre Verletzungen lassen sich beklagen, sind aber nicht einklagbar. Und verletzt werden sie in vielen Regionen der Welt. Täglich.

Der chinesische Künstler, Aktivist und Regimekritiker Ai Weiwei setzt sich seit Jahren für Menschenrechte ein. Nicht nur in seiner Heimat China, in der er als Dissident jahrelang unter Hausarrest stand (mittlerweile wohnt er im Exil in Berlin), sondern weltweit.

Dem Aufruf von britischen Menschenrechts- und Kunstorganisationen folgend, hat der 61-Jährige nun zu Ehren des 70. Jahrestag der Deklaration der Menschenrechte eine neue Flagge entworfen, die an die schwierige Aufgabe erinnern soll, diese Rechte weltweit weiter durchzusetzen.

Die hellblaue Flagge ziert ein menschlicher Fußabdruck: Laut Weiwei nicht nur ein universelles Zeichen des „Mensch sein“, sondern auch der weltweiten Migration, ausgelöst durch Klimawandel, Konflikte und Unterdrückung. Das Motiv basiert auf einer Fotoserie schlammiger Fußabdrücke von Rohingya-Flüchtlingen, die vor den Angriffen von Soldaten aus Myanmar geflohen waren.

Unter dem Motto „Fly The Flag“ soll die Flagge im Sommer 2019 bei einer großen Demonstration für Menschenrechte zum Einsatz kommen, die sich über ganz Großbritannien ziehen wird. Ein starkes Zeichen, das der Rest der Welt hoffentlich aufgreifen wird.

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Quelle: Noizz.de