"Black Mirror" im Real Life.

In China entsteht gerade die Dystopie, die Millionen westliche Zuschauer mit gefesseltem Blick in Netflix' Kultserie "Black Mirror" verfolgen: Ein totaler Überwachungsstaat, der seinen Bewohnern mit innovativen Apps und Technologien die Privatsphäre stiehlt.

Der neue Streich betrifft gezielt Touristen, wie "Vice" berichtet. Einreisende, die in den Nord-Osten Chinas beziehungsweise die Xinjiang-Region wollen, sind ab jetzt gezwungen, von den Grenzbehörden eine App auf ihrem Smartphone installieren zu lassen – eine App, die alle möglichen Informationen vom Smartphone herunterlädt und an den chinesischen Staat weiterleitet: Kalendereinträge, Notizen, Telefonverläufe, Textnachrichten und so weiter.

Das Ausmaß der Massenüberwachung ist gigantisch und wächst immer weiter: Unfassbar viele Kameras im ganzen Land – neuerdings sogar mit "Gesichtserkennung", restriktive Internet-Nutzung, und natürlich das "Social-Credit-System" – Apps, die Leute für soziales Verhalten belohnen beziehungsweise für unsoziales Verhalten bestrafen (ja, das ist wirklich wie bei "Black Mirror"!!!).

Im Internet kursieren immer mehr Dokumentationen und Berichte über den Überwachungsstaat. Einen ziemlich aktuellen Überblick gibt zum Beispiel die Doku "Exposing China's Digital Dystopian Dictatorship" von ABC News (Australia) von September 2018.

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Quelle: Noizz.de