Die Bundeswehr tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste.

Ein Social-Media-Team der Bundeswehr hat am Dienstag eine Instagram-Story zu einer Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden veröffentlicht. Ausstellungsthema war der Einfluss der Uniform auf die Mode. Dabei wurde ein Foto einer Wehrmachtsuniform veröffentlicht, an der auch zwei Eiserne Kreuze mit Hakenkreuzen angebracht waren. In der Story schrieb die Bundeswehr dazu: "Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der Haute Couture", und toppte das Bild mit einem Sticker, auf dem "retro" zu lesen war.

Die Veröffentlichung des Fotos sorgte für Wirbel, die Bundeswehr hat das Foto anschließend gelöscht und sich umgehend entschuldigt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte am Mittwoch im Bundestag, der Beitrag in dem sozialen Netzwerk sei "nicht akzeptabel". Sie schließe sich der Entschuldigung ausdrücklich an, so die CDU-Vorsitzende. Der Vorgang sei geeignet, das Ansehen der Bundeswehr in der Gesellschaft und der Öffentlichkeit zu schädigen.

Die Nazi-Uniform wurde von der Bundeswehr als "retro" und einflussreich bezeichnet.

Kein Anhaltspunkt für politisches Motiv

Kramp-Karrenbauer sagte, der Beitrag passe nicht dazu, dass die Wehrmacht als Institution grundsätzlich in keiner Weise für die Bundeswehr "sinn- und traditionsstiftend" sei. Sie verwies auf den Traditionserlass der Bundeswehr, in dem dies festgelegt sei. "Es sind persönliche Fehler, die dort passiert sind", betonte die Ministerin. "Bisher gibt es keinen Anhaltspunkt für irgendein politisches Motiv." Auch der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Thiels, sagte in Berlin: "Es handelt sich nach unserem jetzigen Stand um einen extrem ärgerlichen Fall von Gedankenlosigkeit".

Die Uniform war nach seinen Angaben im Film "Operation Walküre" mit Tom Cruise verwendet worden. Sie gehöre nicht zu der Mode-Ausstellung und habe folglich in der Instagram-Story nichts verloren gehabt. Nach Darstellung eines Museumssprechers ist die Uniform kein Original, sondern eine Nachbildung für den Hollywood-Streifen.

Intensive Schulungen zur historischen Sensibilisierung

Laut Ministeriumssprecher Thiels wurden mit den Verantwortlichen "intensive Gespräche geführt". "Die Handelnden haben sich als sehr schuldbewusst erwiesen, haben um Entschuldigung auch bei uns gebeten." Die Bundeswehr werde jetzt ihre "Mechanismus zur Qualitätssicherung" überprüfen und anpassen. Sie werde auch intensive Schulungen zur historischen Sensibilisierung vornehmen. Sollten weitere Konsequenzen angezeigt sein, würden diese auch gezogen.

Erst vor gut einer Woche hatte die Bundeswehr einen Leitfaden für das Verhalten ihrer Mitarbeiter in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Darin forderte sie unter anderem dazu auf, "das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter zu verbessern und dessen Einbindung in die Gesellschaft zu fördern". Gepostet werden sollten "für die Öffentlichkeit geeignete und ansprechende Inhalte".

[Text: Zusammen mit dpa]

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  • Quelle:
  • Noizz.de