In den USA wurde eine unbewaffnete, Schwarze Rettungssanitäterin (26) mit acht Schüssen in ihrer Wohnung von der Polizei getötet. Laut Familie waren die Polizisten an der falschen Adresse, der gesuchte Mann schon in Haft. Keiner der Beamten wurden belangt.

Am 12. März legten sich die 26-jährige Breonna Taylor, eine Schwarze Rettungssanitäterin, und ihr Freund wie an jedem anderen Tag schlafen. Der tragische Unterschied in dieser Nacht: Taylor wird nicht überleben. Denn laut Angaben des Anwalts der Familie drang am 13. März kurz nach Mitternacht die Polizei mit einem "verpfuschten" Durchsuchungsbefehl gewaltsam in Taylors Wohnung in Louisville, Kentucky ein und tötete die unbewaffnete Frau – mit acht Schüssen. Laut Anwalt suchten die Polizisten an der falschen Adresse nach einem Verdächtigen, der sich bereits in Haft befand.

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Nur eine Person wurde in dieser tragischen Geschichte bisher angeklagt: Taylors Freund, ein Schwarzer Mann. Gegen die Polizisten, drei weiße Männer, wurde laut Anwalt bislang hingegen nicht vorgegangen. Taylors Freund, der 27-jährige Kenneth Walker, besitzt einen Waffenschein und schoss auf die Beamten – laut Anwalt, weil er von diesen überrascht wurde und sie für Einbrecher hielt. Die Polizisten haben sich nämlich nicht als solche erkennbar gemacht, sondern drangen gewaltsam in die Wohnung ein, so der Anwalt weiter. Walker sitzt bis heute wegen versuchten Mordes im Gefängnis. Weder Walker noch Taylor haben eine kriminelle Vorgeschichte.

Erst durch den bekannten Anwalt kommt der Fall ins Rollen

Der Vorfall spielte sich bereits im März ab, erregte aber erst diese Woche internationale Aufmerksamkeit, nachdem die Familie den bekannten Anwalt Ben Crump engagiert hatte, der auch andere bekannte Fälle mit Schwarzen Opfern wie Trayvon Martin und Ahmaud Arbery vertritt. Aubery war am 23. Februar in Georgia von zwei weißen Männern verfolgt und erschossen worden.

Taylors Familie hat Klage eingereicht: Sie wirft den Beamten widerrechtliche Tötung, übermäßige Gewaltanwendung und grobe Fahrlässigkeit vor.

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Quelle: Noizz.de