"Dude! We're going to energise the country." - Ja, sicha, dude.

Es musste ja so kommen. Boris Johnson wird also der neue britische Premierminister. Nichts scheint mehr unmöglich. Und ein harter Brexit leider nicht mehr ganz so unmöglich. Tja, farewell Brits!

>> Der Brexit ist mittlerweile die nervigste On-Off-Beziehung, die ich kenne

Andererseits: Es könnte auch ganz witzig werden. Sofern wir uns von dem Gedanken einer Europa-freundlichen Politik gemeinsam mit Großbritannien verabschieden. Denn darauf hat "BoJo", so sein neuer Spitzname in Politikkreisen, ja bekanntlich keinen Bock.

Immerhin: Mit Donald Trump ist er dank seines Postens als Außenminister im Kabinett von Vorgängerin Theresa May total auf einer Wellenlänge. Und hey, wer in seiner Antrittsrede als Vorsitzender der Konservativen Partei das Wort "Dude" in den Mund nimmt, kann doch auch nur ein ... nun ja.

Eben, ein Dude sein.

Nun ist der 55-Jährige also am Ziel seiner Träume: Als 77. Premierminister darf er in die Downing Street 10 in London einziehen. Yeah! Und ist fest entschlossen – pünktlich zu Halloween – am 31.10.2019 dem Brexit-Grusel ein Ende zubereiten und wirklich die EU zu verlassen! Komme, was wolle. Prinzipientreu will er sein.

Und sonst so?

Außer dass BoJo berühmt berüchtigt für miese Sprüche an der Grenze zu politisch korrekt ist, und außer, dass er einen schrecklichen Haarschnitt und ebenso schreckliche Pose-Skills für Fotos besitzt? Nun gut, sein Leben hat einige interessante Facetten zu bieten. Die uns teils ratlos, teils faszinierend und teils fassungslos zurücklassen.

Aber lest selbst: Die 10 Dinge, die du so wohl noch nicht über Boris Johnson wusstest

1. Er war mal US-Staatsbürger

Also ist er doch Trumps verloren gegangener Bruder? Hmm, nein ganz so ist es nicht. Johnson wurde am 19. Juni 1964 in New York City geboren, denn sein Vater unterrichtete damals an der Columbia University Volkswirtschaftslehre.

Damit hat BoJo mit seiner Geburt automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Hätte er 2016 nicht auf seine US-Staatsbürgerschaft verzichtet, hätte er also auch rein theoretisch US-Präsident werden können.

Dass er übrigens nicht mehr US-Bürger ist, haben wir dem Brexit zu verdanken. Dank akutem britischen Patriotismus im Zuge seiner eigenen Brexit-Kampagne (ihr wisst noch, der Bus mit dem er durchs Land gecruist ist), wollte BoJo kein Ami mehr sein.

2. Apropos Bus: Zur Entspannung baut er gerne Miniatur-Busse aus Weinkisten

Sagt er hier, Achtung:

Tja, Horst Seehofer hat seine Modelleisenbahn, Boris seine Weinkisten-Busse. Fragt sich nur, woher die Weinkisten kommen, für seine Busse.

3. Boris Johnson war als Kind fast taub

Man mag es kaum glauben, aber als kleines Kind war BoJo eher zurückhaltend. Das lag daran, dass er fast taub war. Er hatte einen Paukenguss, eine Ohrerkrankung, bei der sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt, wodurch man fast nichts hören kann.

4. Sein Vater war EU-Abgeordneter

Zwischen 1979 und 1984 war sein Vater Abgeordneter für die Konservativen. Ja, die waren damals auch eher EU-Skeptiker. Aber man fragt sich schon, wie dann ein echtes Brexiteer aus ihm werden konnte. Er hat bereits seit 1977 sogar die Europäische Schule in Brüssel besucht. Muss wohl irgendein Trauma sein.

5. Er hat türkisch-deutsche Wurzeln

Boris Johnsons Familiengeschichte könnte auch ein historischer Agentenkrimi oder so sein. Kurzer Auszug aus Wikipedia:

"Boris Johnsons türkischer Urgroßvater Ali Kemal war 1919 kurzzeitig Innenminister des Osmanischen Reiches und wurde 1922 auf Veranlassung Nurredin Paschas ermordet. Johnsons Großvater Osman Ali floh daraufhin nach London und nahm dort als in Großbritannien naturalisierter türkischer Staatsbürger den Namen „Wilfred Johnson“ an."

Okay. Da ist der Wahnsinn eigentlich vorprogrammiert. Außerdem ist BoJo auch mit dem deutschen Adel verbandelt. Was uns zum nächsten Punkt bringt ..

6. ... er ist mit der Queen verwandt.

Japs. Wenn sie ihn also heute zum Tee einlädt, dann treffen sich da entfernt verwandte Cousins. Es ist nämlich so: Über seine deutschen Ur-Ur-Ur-Großeltern Adelheid Pauline Karoline von Rottenburg, die nichteheliche Tochter des Prinzen Paul von Württemberg, und Karl Maximilian Freiherr von Pfeffel, ist er durch das Königshaus Württemberg weitläufig mit Königin Elizabeth und ihrem Sohn, Prinz Charles, verwandt.

Denn, und jetzt wird es spooky: Eine 1975 gefundene Basler Gruftmumie wurde 2018 als seine Ur-ur-ur-ur-ur-ur-Großmutter Anna Catharina Bischoff-Gernler identifiziert. Kein Scheiß jetzt.

7. Er war Journalist und EU-Korrespondent in Brüssel

Jepp. Und wurde dann wegen nicht ganz so ethisch-korrektem Verhalten gefeuert. Aber erstmal der Reihe nach: Nach einem vielversprechendem Karrierestart beim Prestigeblatt "The Times" durfte er von 1989 bis 1994 dort als Korrespondent sein späteres Spezialgebiet Europa in Brüssel begutachten.

Dann kam 2004. Ein Leitartikel in seinem selbstgegründeten Blatt "Spectator" löste einen Skandal aus. Anlass war die Berichterstattung über die Geiselnahme und Ermordung des Briten Kenneth Bigley durch irakische Terroristen. Der Artikel, den Johnson nicht geschrieben hatte, wohl aber herausgegeben, verunglimpfte die Bewohner in Bigleys Heimatstadt.

Da er zu dieser Zeit bereits prominent für die konservative Partei aktiv war, befürchtete seine Partei politischen Schaden. Naja, so krass geschadet hat es seinem Ansehen jetzt nicht. Als Journalist konnte er seit dem trotzdem nicht mehr arbeiten.

8. Boris Johnson war zwei Mal verheiratet – jetzt hat er sich eine britische Version von Ivanka Trump geangelt

Carrie Symonds mit Boris Johnson

BoJos erste große Flamme, Allegra Mostyn-Owen, heiratete er 1987. Die Ehe wurde 1993 geschieden. Noch im selben Jahr heiratete er die Anwältin Marina Wheeler. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor. Im September 2018 ließen sie sich scheiden.

Pikant: 2009 brachte die Beraterin Helen Macintyre eine Tochter namens Stephanie zur Welt. Der Vater: Boris Johnson, mit dem sie eine Affäre hatte.

Aktuell hat sich BoJo ein Ivanka-Trump-Lookalike geangelt: die Politikberaterin Carrie Symonds. Sie lässt sich nicht nur vom Style der US-Präsidenten-Tochter inspirieren, sondern wird mit Boris in die Downing Street 10 einziehen. Als erstes unverheiratetes Paar.

9. Er war mal Bürgermeister von London

Okay, das wissen vielleicht einige. Aber wohlmöglich nicht, was für krasse Dinge er da erreicht hat. Und ausnahmsweise ist das mal etwas, über das man sich wirklich nicht lustig machen kann.

Zwischen 2008 und 2016 war er Bürgermeister der britischen Hauptstadt. Auf sein Konto gehen etwa krasse fortschrittliche Entwicklungen, wie das bargeldlose Nahverkehrsticket, die "Oyster Card". Und: Als überzeugter Radfahrer hat er das Radweg-Netz in der Stadt exzessiv ausgebaut.

Außerdem hat er dafür gesorgt, dass zumindest am Wochenende ein Nachtverkehr der U-Bahnen betrieben wird. Unter anderem. What?

10. Finally: Sein Auto ist eine totale Müllhalde

Look:

Gut, er fährt auch lieber Rad. Und was das über seinen Charakter aussagt, wollen wir unkommentiert lassen. Und mit Politik hat das sowieso nichts zu tun.

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Quelle: Noizz.de