Weil man heutzutage auch den Verfassungsschutz beobachten muss.

Erst im April startete Satiriker Jan Böhmermann mit der „Reconquista Internet“ eine Gegenbewegung zur „Reconquista Germanica“ (Rückeroberung Deutschlands). Letzteres bezeichnet ein Netzwerk rechtsextremer Internet-Trolle, die mit gezielten Aktionen demagogischen Einfluss auf politische Gegner, Medien und Institutionen ausüben.

Mit der Reconquista Internet riefen Böhmermann und sein Team eine Plattform ins Leben, die diverse private Informationen über Anhänger der Reconquista Germanica sowie ihre Mechanismen offenlegt und damit sowohl ihre effektive Bekämpfung im Internet, als auch auf rechtlicher Ebene ermöglicht. Was als Satire geplant war, entwickelte sich zu einer mittlerweile 62.000 Mitgliedern starken Bürgerrechtsbewegung für „Liebe und Vernunft im Internet und eine Zivilisierung des gesellschaftlichen Diskurses in den sozialen Netzwerken“.

Nun folgt ein neuer Streich, diesmal als Reaktion auf die Affäre um Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen. Dieser ist durch seine Aussagen im Zuge der rechtsextremen Hetzjagden in Chemnitz sowie seine Zusammenarbeit mit der AfD in scharfe Kritik geraten. Viele Seiten fordern derzeit seine Aushebung aus dem Amt.

Mit der Gründung des Verfassungsschutzschutzes will Böhmermann nun gewährleisten, dass auch der Verfassungsschutz geschützt wird. Eigentlich totaler Quatsch, scheint diese Forderung tatsächlich weniger sinnlos, als sie unter normalen Umständen sein sollte.

Auf verfassungsschutzschutz.de konnte man für kurze Zeit Live-Übertragungen vom Gelände des Bundesamts für Verfassungsschutz in Köln-Chorweiler sehen. Böhmermanns Team installierte hierfür vor Ort einige Live-Webcams. Bei Verdächtigkeiten war jeder Bürger dazu aufgefordert, sofort eine Mail an verfassungsschutzschutz@zdfneo.de zu schreiben.

Mittlerweile wurden die Kameras allerdings von Unbekannten entfernt. Der Präsident des Verfassungsschutzschutzes spekuliert dabei „mit hoher Plausibilität auf Antifa-Aktivisten, Neonazis bzw. nervöse Bundesbeamte“.

Auf Twitter ist derweil unter dem Hashtag #woherkommendieFliegen ein Satire-Movement entfacht, das auf Grundlage eines Fotos vom Verfassungsschutz mittels Photoshop verdächtige Objekte wie zum Beispiel Aliens, Riesenaffen oder auch den Joker aus Batman in das Bild platziert und dies an den Verfassungsschutzschutz meldet.

Quelle: Noizz.de