Der Vegan-Koch rief am Wochenende zur Kundgebung auf. Dabei wurden Journalist*innen bedroht. Es kam zu Übergriffen.

Attila Hildmann kämpft nach eigenen Angaben für die Grundrechte in Deutschland. Seine Äußerungen lassen jedoch genau das Gegenteil vermuten. Nun eskalierte eine Versammlung am vergangenen Samstag an der Messe Berlin. Vor allem gegen anwesende Journalist*innen ging man gezielt an.

>> Posiert Attila Hildmann mit rechtsextremen Grauen Wölfen als Zeichen gegen Rechts? Wir haben Fragen

Attila Hildmann droht Journalist*innen

Der 39-Jährige ging nach BZ-Berichten direkt anwesende Journalist*innen an, hielt dabei keinen Mindestabstand ein und verlangte Presseausweise. Er drohte: "Ihr denkt, ihr seid Antifaschisten – das Einzige, was ihr macht, ihr seid Faschisten. Und wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter." Vor allem Vertreter des "Jüdischen Forum" wurden angegangen, wir ein Twitter-Video zeigt.

Der Ton Hildmanns ist aggressiv, aber auch seine Anhänger*innen scheinen recht angeheizt: Einer der Demonstranten schlug auf die Kamera eines Journalisten, wie auch im Twitter-Video zu erkennen ist.

Stefan Bauer, Vorstandsmitglied der AfD Rosenheim, tat sich auch durch besonderes Verhalten hervor: Er bedrängte einen Journalisten – selbst nachdem dieser ihn mehrfach um die Einhaltung des Mindestabstands bat. Bauer machte weiter, die anwesende Polizei schaute lange tatenlos zu, bis endlich eingeschritten wurde.

>> Attila Hildmann verbreitet rechte Verschwörungstheorien – jetzt wird er dafür bestraft

Die Polizei Berlin rechtfertigte ihr Verhalten mit der Versammlungsfreiheit, kündigte aber auf Twitter an, die Vorfälle für künftige Einsätze als Vorbereitung zu nutzen. Was auch immer das heißen soll. Erinnert man sich dann nächstes Mal daran, dass hetzende AfDler doch doof sind, wenn sie auf Journalist*innen losgehen? Oder muss sich Hildmanns mittlerweile recht mickrige Gefolgschaft nur oft genug daneben verhalten, bis man sie entsprechend behandelt – quasi wie ein Bonuskonto nur andersrum? Oder ist die Polizei mal wieder auf dem rechten Auge blind? In den sozialen Netzwerken kassieren die Beamten aktuell jedenfalls ordentlich Kritik für ihr Vorgehen am Samstag – zu recht.

Attila Hildmann auf spricht Ende Mai zu seinen Anhänger*innen in Berlin. Es geht um Corona und Verschwörungen.

Verschwörungen und Corona

Seid der Corona-Hochphase tritt Attila Hildmann immer wieder in der Öffentlichkeit auf. Seine Mission: Die Demokratie in Deutschland retten. Seine Erklärungen und Argumente fußen auf kruden Verschwörungstheorien. Mittlerweile äußert sich der Unternehmer vermehrt antisemitisch. So bezeichnete er in seiner Massenger Gruppe kürzlich Adolf Hitler als Segen und behauptet, Menschen jüdischen Glaubens hätten den Holocoaust "mitfinanziert".

Er feiert sich selbst als "deutschen Nationalisten" und bezeichnet seine Gegner*innen als Vaterlandsverräter, Untermenschen und Parasiten. Angefangen hat das Ganze mit den Corona-Beschränkungen, in denen Hildmann eine weltweite Verschwörung sieht: Er glaubt, dass Bill Gates die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Seine "Wahrheiten" verbreitet Hildmann nicht nur auf seinen Kundgebungen, sondern auch in seiner Telegram-Gruppe, die mittlerweile ganze gut 66.000 Mitglieder zählt.

Quelle: Noizz.de