Die angegeben Opferzahlen könnten nicht gegensätzlicher sein.

Die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch die USA sorgt momentan für weltweite Aufregung. Während die einen von einer gerechtfertigten Aktion reden, greifen andere die US-Regierung für ihre Entscheidung an oder warnen vor einer Eskalation, die nur schwer wieder unter Kontrolle zu bringen ist.

Grund dafür: Mit der Tötung Soleimanis hat der Iran einen General verloren, der als Nationalheld verehrt wurde. Quer durch den Nahen Osten, darunter auch im Irak, hatte er ein Netzwerk irantreuer Milizen aufgebaut. Für viele westliche Regierungen galt der Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden als einer der gefährlichsten Strippenzieher zahlreicher Anschläge. Nach Angaben der US-Regierung plante er weitere Angriffe auf US-Ziele.

Der Iran hatte kurz nach dem Tod Soleimanis Rache angekündigt, die Führung Teheran hatte dabei sogar von einem "historischen Alptraum" für die Amerikaner gesprochen. Nun hat der Iran seine Ankündigung war gemacht und Raketenangriffe auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak gestartet.

Das "schwächste" mehrerer Vergeltungsszenarien

Die Raketen wurden nur wenige Stunden nach der Beerdigung Soleimanis in seiner Heimatstadt Kerman zur selben Uhrzeit abgefeuert, zu der der General am Freitag getötet worden war. Das iranische Staatsfernsehen zitierte Vertreter aus dem Büro Chamaneis mit den Worten, die Raketenangriffe seien das "schwächste" mehrerer Vergeltungsszenarien gewesen. 100 andere potenzielle Ziele seien ins Auge gefasst worden.

Beschossen worden seien der Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil, gab das US-Verteidigungsministerium in der Nacht bekannt. Die im nordirakischen Erbil stationierten Soldaten der Bundeswehr sind nach den iranischen Raketenangriffen unversehrt, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam mitteilte.

Insgesamt 15 Raketen seien in der Nacht auf die Stützpunkte US-Ziele im Irak abgefeuert worden, meldete das iranische Staatsfernsehen. Während der Iran von 80 getöteten "amerikanischen Terroristen" sprach, war aus US-Kreisen zu vernehmen, dass es nach ersten Erkenntnissen wohl keine US-Opfer gegeben habe. Deutschland, Dänemark, Norwegen und Polen teilten mit, keine ihrer Soldatinnen und Soldaten seien zu Schaden gekommen. US-Präsident Donald Trump, der den Iran vor Vergeltungsangriffen gewarnt und mit "harten und schnellen" Gegenangriffen gedroht hatte, schrieb auf Twitter, er werde im Verlauf des Tages eine Erklärung abgeben, und fügte hinzu: "Alles ist gut."

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Die US-Luftfahrtbehörde sperrte für amerikanische Fluggesellschaften den Luftraum über dem Irak, dem Iran, dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Lufthansa strich die Verbindung zwischen Frankfurt und Teheran am Mittwoch. Auch der nächste, für Samstag vorgesehene Flug nach Erbil im Irak fällt aus.

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Für zusätzliche Aufregung sorgte der Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs kurz nach dem Start in Teheran. Nach ersten ukrainischen Angaben war die Ursache allerdings ein Triebwerkschaden.

[Text: Zusammen mit dpa]

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  • Quelle:
  • Noizz.de