Und die Politikerin habe durch ihre AfD-Mitgliedschaft viele Freunde verloren.

Durch ihre politische Karriere hat sich das Privatleben von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel (40) stark verändert. "Ich habe fast meinen gesamten Freundeskreis verloren. Die haben alle irgendwann gesagt: Wenn du in einer solchen Partei dabei bist, dann wollen wir nicht mehr mit dir zu tun haben", sagte Weidel der Schweizer "Weltwoche".

Mit ihrer Schweizer Lebensgefährtin und den zwei Söhnen war sie 2018 von Biel im Schweizer Kanton Bern in den Kanton Schwyz gezogen. Ausschlaggebend sei gewesen, "dass unser ältester Sohn, der heute sechs Jahre alt ist, damals fünf, plötzlich niemanden mehr zum Spielen hatte am Nachmittag", sagte Weidel.

In Biel habe es eine Unterschriftensammlung mit der Forderung gegeben, ihre Familie "privat zu ächten". Ein einschneidendes Erlebnis habe sie gehabt, als sie und die Söhne einmal von Kindern umkreist worden seien, die "Scheiß-Weidel", "Scheiß-AfD" und "Scheiß-Nazi" gerufen hätten.

Auf ihre Homosexualität sei sie in der AfD nicht oft angesprochen worden. Einzelne Parteimitglieder hätten aber schon Vorbehalte gegen ihre sexuelle Orientierung und ihr "Lebensmodell" geäußert.

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"Ich muss zugeben, dass mich das auch verletzt", sagte Weidel der Zeitung. In der AfD sei so eine Haltung aber "nicht hoffähig". Die rechtspopulistische AfD tritt für eine konservative Familienpolitik ein. Weidel sagte, eine anonyme Samenspende sei für sie und ihre Partnerin nicht infrage gekommen. Kinder hätten ein Recht, ihre Väter zu kennen. Ihre Partnerin habe als Adoptivkind aus Sri Lanka sehr darunter gelitten, ihre leiblichen Eltern nicht zu kennen. Später habe sie zumindest Mutter und Geschwister dann ausfindig gemacht.

[In Zusammenarbeit mit dpa]

Quelle: NOIZZ-Redaktion