Bei einem Raub wurde der Zuhälter der 15-jährigen Alexis Martin erschossen. Sie wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Am Freitag wurde das Opfer von Kindersexhandel nun begnadigt – wenige Wochen nachdem sie in einer Kim Kardashian Wests Doku auftauchte.

Alexis Martin war 15 Jahre alt, als sie 2013 mit drei erwachsenen Komplizen das Haus ihres Zuhälters Angelo Kerney in Akron, Ohio, ausraubte. Kerney wurde bei dem Raub erschossen und obwohl es nicht Martin war, die den Schuss absetzte, wurde sie zwei Jahre später mit 17 Jahren wegen schweren Mordes zu 21 Jahren lebenslanger Haft verurteilt. Laut den Gerichtsdokumenten warf man ihr vor, den Zuhälter "mit Tanzen und Sex" abgelenkt zu haben, bevor er getötet wurde.

Kim Kardashian 2018 in Pasadena, California

Am vergangenen Freitag wurde das Opfer von Kindersexhandel begnadigt

Martin und ihre Anwältin legten 2018 Berufung gegen das Urteil ein und argumentierten, das Gericht habe ihre Geschichte als Opfer von Sexhandel nicht angemessen berücksichtigt. Das Gericht lehnte die Berufung jedoch deutlich mit einer 6:1 Abstimmung ab. Vergangenen Freitag hat nun der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, verkündet, dass das Strafmaß gegen die mittlerweile 22-jährige Martin und sechs weitere Personen herabgesetzt werde – zum Teil, um sie vor der Verbreitung des Coronavirus im Gefängnis zu schützen.

Alexis Martin

In der Pressekonferenz bezeichnete DeWine Martins Strafmilderung als "besonders einzigartigen" Fall, da sie noch so jung war, als sie ins Gefängnis kam. "Sie ist eine Überlebende des Kindersexhandels", so der Gouverneur. "Sie wird in ein geeignetes Gruppenheim eingewiesen, und sie wird für einen längeren Zeitraum unter Aufsicht stehen."

>> Neue Netflix-Doku erzählt die Geschichte von Sexhandel-Opfer Cyntoia Brown – ohne ihre Erlaubnis

Kim Kardashian West setzte sich für Martins Freilassung ein

Martins Fall erregte nationale Aufmerksamkeit, nachdem sie erst vor wenigen Wochen Anfang April in einer Folge von Kim Kardashian West Dokumentationsreihe "The Justice Project" auftauchte, in der sich der Star für eine Reform des US-Rechtssystems einsetzt. Auf Twitter bedankte sich Kardashian West am Freitag bei DeWine und schrieb es sei ihr eine Ehre gewesen, Martins Geschichte in der Dokumentation vorgestellt haben zu dürfen.

In "The Justice Project" erzählt Alexis Martin von der Drogensucht ihrer Mutter, ihrem Vater, der sie körperlich misshandelte, den sexuellen Missbrauch durch ihren Stiefvater, mehrfache Vergewaltigungen und Versäumnissen der Behörden. Hier kannst du sie anschauen:

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Als Martin am Freitag in die Freiheit gehen durfte, schlug sie auf der Wiese vor dem Gefängnis Radschläge vor Freude. Gegenüber "Buzzfeed News" erklärte ihre Anwältin, Jennifer Kinsey, Kardashian West sei eine "starke Fürsprecherin" für Martin gewesen. Martin werde sich nun einem therapeutischen Behandlungsprogramm für Überlebende von Sexhandel unterziehen. "Wir sind überglücklich, dass sie frei ist und eine zweite Chance erhält, ihr bestes Leben fortzusetzen", so Kinsey.

>> Erster Trailer: Kim Kardashian produziert emotionale Doku über das US-Rechtssystem

Quelle: Noizz.de