Im Gesetzstreit um Abtreibung greifen US-Abgeordnete immer häufiger zu unkonventionellen Taktiken: Mit absurden Anträgen, die auf die reproduktiven Rechte von Männern zielen, etwa Masturbationsverboten, wollen sie die Scheinheiligkeit der Abtreibungsgegner aufdecken.

Eine weibliche Abgeordnete des Senats im US-Bundesstaat Utah versuchte mit einem unkonventionellen Änderungsantrag in der vergangenen Woche die Verabschiedung eines Gesetzes, das zukünftig fast alle Abtreibungen verbieten könnte, in letzter Minute aufzuschieben. Dabei würde der Antrag der Abgeordneten selbst die meisten Abtreibungen illegalisieren. Allerdings nicht nur das, er würde auch "einem Mann verbieten, eine Ejakulation außerhalb der Vagina zu verursachen" – kurz: Masturbation verbieten.

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Genauer sieht der Änderungsantrag der Abgeordneten vor es Männern zu verbieten, Sperma zu verschwenden, während "(A) der Masturbation, (B) des Coitus interruptus oder (C) jeder anderen Methode, die benutzt wird, um eine Ejakulation zu verursachen". Der Antrag der Abgeordneten wurde allerdings abgelehnt – und genau das, wollte sie auch erreichen. Denn im Kampf um das Recht auf Abtreibung greifen Befürworter in den USA in den vergangenen Jahren häufiger zu einer unkonventionellen Taktik: Den Gegner mit den eigenen Mittel schlagen.

Frauenrechtsaktivistinnen bei einer Kundgebung gegen Abtreibungsverbote in Utah im Mai 2019

"Wenn sie unsere Körper gesetzlich regeln wollen, dann haben wir jedes Recht, Gesetze vorzuschlagen, um ihre zu regeln."

Um gegen extreme Abtreibungsbeschränkungen vorzugehen, schlagen Befürworter der Selbstbestimmungsrechte von Frauen Gesetze vor, die die reproduktiven Rechte der Männer einschränken würden. Der Gedanke dahinter: Die Scheinheiligkeit der Abtreibungsgegner durch absurde Regulierungen, wie das Verbot von Masturbation, aufdecken.

Ein weiteres Beispiel ist die "Hoden-Rechtsvorschrift" der demokratische Repräsentantin Dar'shun Kendrick in Gerogia, USA: Nachdem das Repräsentantenhaus in dem US-Bundesstaat ein Gesetz verabschiedete, das Abtreibung bereits ab der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet, kündigte Kendrick im März an, dass sie eine "Hoden-Rechtsvorschrift" verfassen werde, ein Gesetzentwurf, der Vasektomien verbieten soll. Gegenüber "Rolling Stone" sagte Kendrick: "Ich meine es todernst. Wenn Sie unsere Körper gesetzlich regeln wollen, dann haben wir jedes Recht, Gesetze vorzuschlagen, um Ihre zu regeln."

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aa

Quelle: Noizz.de