Denn wir feiern heute 60 Jahre gemeinsames Europa.

Ein Leben ohne die Europäische Union, das ist für mich wie Sommer ohne Freibad. Seinen Anfang nahm alles an einem 25. März 1957. Im Senatorenpalast von Rom trafen sich Belgien, die Bundesrepublik Deutschland (damals gab es noch die DDR als zweiten deutschen Staat), Frankreich, Italien Luxemburg und die Niederlanden. Sie unterzeichneten dort das, was wir heute Römische Verträge nennen.

Der Startschuss eines gemeinsamen Europas – denn hier wurde erstmals beschlossen, eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft sowie ein gemeinsames, europäisches Parlament zu gründen. Sachen, die für uns heute selbstverständlich sind.

Das feiern auch Merkel, Hollande und Co. u.a. mit einer Audienz bei Papst Franziskus und einem Kongress zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge.

Trotzdem gibt es heute mehr Europa-Kritiker denn je. Der Brexit wird am 29. März wohl traurige Gewissheit. Rechtspopulisten sind auf dem Vormarsch. Klar, manchmal nerven unsinnige Bananen-Gurken-Krümmungs-Richtlinien der EU. Aber ist das gleich ein Grund so anti zu sein?

Denn eigentlich, ist die EU das Beste, was uns allen passieren konnte. Denn sie macht unser Leben soooooviel einfacher.

Wir müssen nicht mehr unseren Pass rauskramen ...

... und haben auch keine Passkontrollen. Wenn wir denn innerhalb der EU verreisen. Und das ist super praktisch. Bei Flugreisen reicht ein Personalausweis, den braucht die Arline aber eigentlich auch nur als Identitätskontrolle. Ausnahme hiervon bilden Irland, Zypern und Großbritannien. Denn die sind nicht im Schengen-Abkommen drin.

Das ermöglicht uns nämlich seit 1990 grenzenloses Reisen in Europa. Könnt ihr euch vorstellen, dass man, wenn man nach Holland oder Frankreich reisen wollte, an einem Zollhaus anhalten musste und die Pässe aller im Auto kontrolliert wurden?

Nein? Ich auch nicht! Bis 1990 war das aber ganz normal. Ziemlich cool, das es jetzt so einfach ist.

ERASMUS: Abenteuer Studium im Ausland

Studieren in Glasgow, Thessaloniki oder doch lieber in Paris? Alles kein Problem für dich als EU-Bürger. Und dank dem Erasmus+-Programm der EU auch für fast jeden finanziell möglich. Durch das Bewerbungsverfahren zu steigen ist zwar ein bisschen knifflig, aber es lohnt sich.

Knapp 680.000 junge Studenten in ganz Europa nutzten 2015 diese Möglichkeit. Und die Erlebnisse dort erweitern nicht nur unseren Horizont, sondern sind oft auch unvergesslich.

Kein Geld umtauschen mehr

Was zum Teufel soll eine Drachme, Lire, Mark, Franc oder Estnische Krone sein? Tja, das waren alles Währungen in Europa bevor eine gemeinsame Währungsunion beschlossen wurde.

Sprich: Bevor es den Euro gab, musstest du, wenn du zum Beispiel nach Österreich reisen wolltest erst mal Geld umtauschen. D-Mark gegen Schilling. Ein Ritus, den wir heute ungewöhnlich finden, wenn wir zum Beispiel nach Tschechien oder Schweden fahren.

Funfact: Wusstet ihr, dass Schweden als EU-Mitglied irgendwann den Euro einführen MUSS? Nur Großbritannien hatte sich das Recht ausgehandelt, das Pfund für immer zu behalten, trotz EU-Mitgliedschaft. Ist jetzt aber eh egal.

Arbeiten in Italien? Kein Problem!

Nicht nur studieren, auch jobben ist durch die EU viel einfacher geworden. EU-Bürger haben die Freiheit überall in der EU arbeiten zu dürfen – ohne extra Anträge oder Genehmigungen.

Das ist nicht nur für dich praktisch, solltest du den Traumjob in Madrid gefunden haben – sondern auch für deinen Arbeitgeber. Der hat nämlich viel weniger Bürokratie auf dem Schreibtisch.

Und auch hier ist der Euro von Vorteil: Dein Gehalt wird dir in der gleichen Währung ausgezahlt.

Also: Happy Birthday, alte Dame EU, alles Gute zum 60.!

Quelle: Noizz.de