Lil Pump, Lil' Wayne, Kanye West – für seinen Wahlkampf 2020 hatte Donald Trump wohl ein eindeutiges Muster im Kopf bei der Suche nach potenziellen Support. Schwarze Rapper sollen es sein! Anscheinend wollte er sich mit dem passenden Betrag aus der Portokasse auch 50 Cent auf seine Seite ziehen. Der machte bei dem Spiel aber nicht mit. Na ja, so halb.

Zugegeben: 50 Cent polarisiert. Irgendwie ist der "Candy Shop"-Rapper cool, dann aber wieder auch ganz schön seltsam – vor allem, was seine politischen und manchmal auch moralischen Standpunkte angeht. So forderte er etwa seine Fans auf Instagram zwischenzeitlich dazu auf, für Trump als Präsident zu voten, während er kurz danach auf Twitter verkündete: "f*ck Donald Trump, I never liked him." Er hat ihn also nie gemocht.

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Zudem kritisierte er Rapper-Kollegen Lil' Wayne dafür, dass der Trumps Wahlkampagne unterstütze. 50 Cent behauptete dann, er würde sich niemals mit dem Präsidenten ablichten lassen. Unser Teaserfoto von 2011 beweist das Gegenteil. Okay. Was denn nun?! Oder ist irgendwas vorgefallen? Offensichtlich, wie nun ein Interview von 50 Cent beim Radiosender "iHeart" nahe legt. In der Sendung "The Breakfast Club" erklärte er, wie es zu dem verwirrenden Instagram-Post kam, indem er eine Wahlempfehlung für Trump abgab.

50 Cents Trump-Support wäre seinem Wahlkampfteam gut 845.000 Euro wert gewesen

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"Sie haben mir eine Million Dollar angeboten, um zu Trumps Amtseinführung zu gehen. Anfangs haben sie nur 500.000 Dollar angeboten. Sie erhöhten auf eine Million Dollar, während ich noch verwirrt darüber war, ob ich es tun sollte", so der Rapper. Letztendlich habe er dann das Angebot aber doch abgelehnt, weil er nicht von Trump für seine Zwecke benutzt werden wollte. Der Instagram-Post sei in der Zwischenzeit entstanden, als er sich noch unsicher war, wie er sich entscheiden will.

Wäre es dann nicht klüger gewesen, einfach still zu sein? Für den plötzlichen Sinneswandel bei 50 seien auch andere prominente Trump-Befürworter*innen verantwortlich gewesen, wie er in dem Interview weiter erklärt:

Er hat mit verschiedenen Künstlern zusammengearbeitet und interessiert sich einen Scheiß für Schwarze Wähler. Und ich werde jetzt sagen können: "Nein, ich habe das nicht unterstützt."

Und obwohl er Trumps verlockendes Angebot nicht angenommen hat, war der Rapper dann nicht automatisch auf Joe Bidens Seite. Dessen Steuerpläne von bis zu 62 Prozent für Spitzenverdiener*innen gefielen dem Multimillionär nämlich gar nicht und plötzlich war 50 doch wieder ein Trump-Anhänger. Da war es dann auch egal, dass Trump sich sonst nicht für die Belange Schwarzer Menschen interessiert.

Ob die Trump-Regierung jetzt wirklich Geld an 50 Cent bezahlt hat oder nicht, werden wir wohl nie herausfinden – seine Pro-Turmp-Posts sind immerhin alle noch online. Aber wie wir wissen, kann 50 Cent eh zu keiner Amtseinführung von Donald Trump kommen, da der demokratische Kandidat Joe Biden das Rennen gemacht hat.

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  • Quelle:
  • NOIZZ.de