18-Jährige flieht aus Saudi-Arabien – und sitzt jetzt am Flughafen Bangkok fest

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Diese Fotos hat Rahaf bei Twitter gepostet
Diese Fotos hat Rahaf bei Twitter gepostet Foto: @rahaf84427714 / Twitter

Unter dem Hashtag #SaveRahaf bittet sie um internationale Hilfe.

Rahaf Mohammed Alqunun, 18, ist vor ihrer Familie aus Saudi-Arabien geflohen und wollte nach Australien fliegen, um dort Asyl zu beantragen. Aber seit Sonntag sitzt sie am Flughafen von Bangkok fest. Sie fürchte um ihr Leben, weil sie eine Atheistin ist, und Atheismus führt in Saudi-Arabien zur Todesstrafe. Auf Twitter schreibt Rahaf:

Rahaf wurde am Sonntag von saudi-arabischen und kuwaitischen Botschaftsvertretern aufgehalten. Sie nahmen ihr den Pass weg; ihr Vater und Vormund hatte sie den Behörden gemeldet. Thailand wollte die 18-Jährige daraufhin bereits in der Nacht auf den Montag ausweisen und vorerst zurück nach Kuwait schicken.

Sie ist gerade (Montagnachmittag) im Hotel und twittert in regelmäßigem Abstand. Unter dem Hashtag #SaveRahaf bat sie um internationale Hilfe.

„Wenn sie nicht ausreisen will, werden wir sie nicht zwingen“, sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn, am Montag bei einer Pressekonferenz am Flughafen in Bangkok.

Auch die deutsche Botschaft in Bangkok bat sie um Hilfe; der deutsche Botschafter Georg Schmidt schreibt auf Twitter: „Wir teilen die große Sorge um Rahaf Mohammed.“ Man stehe dazu auch in Verbindung mit den thailändischen Behörden.

Der deutsche Verein „Säkulare Flüchtlingshilfe“, der Atheistinnen, vor allem jungen Saudi-Frauen, hilft, sagt zu NOIZZ: „Die deutsche Regierung muss Druck machen, damit das Mädchen in Sicherheit kommen kann. Es handelt sich hierbei um keinen Einzelfall. Saudi-Arabiens Frauen wollen Freiheit, deswegen verlassen sie das Land.“

Shuruq Almughamisi, die vor einem Jahr aus Saudi-Arabien nach Berlin fließen musste, weil sie ungläubig ist, sagt: „Ich mache mir Sorgen um sie. Ihre Familie hat sehr viel Macht, sie können alles machen, Rahaf zurückzuschicken. Wenn sie zurück nach Saudi-Arabien muss, wird es schwer für sie, weiterzuleben. Mir ging es genau so wie Rahaf, aber zum Glück konnte ich ohne Problem nach Deutschland. Ich hoffe, dass sie bald nach Australien fliegen kann.“

Die Geschichte um die 18-jährige Rahaf Mohammed Alqunun entwickelt sich gerade immer noch – zuletzt hat sie ihren Pass zurückbekommen hat. Im Flughafen ist sie immer noch.

Quelle: Noizz.de